Gründung

Offiziell begann der Fußball in unserer Heimatgemeinde im Jahr 1961 zu rollen. „Inoffiziell" ist die Geburtsstunde aber das Jahr 1956.

Da gab es bereits den ersten Versuch einer Vereinsgründung, die damals allerdings gescheitert ist. Es war einfach kein Grundstück für einen Sportplatz aufzutreiben. Eine Schrotshammer- oder Brunnbauern-Wiese waren, vorausgesetzt sie waren abgemäht, der Fußballplatz. Es wurden schon regelmäßig Freundschaftsspiele ausgetragen. Mit dem Fahrrad (!) ging es zum Spiel nach Wippenham, nach Weilbach oder andere Nachbarorte. Die ersten Derbys wurden aber meist verloren. Aber der Erfolg war damals im Fußball eher Nebensache. Hauptsache es konnte gespielt werden.

Pioniere der ersten Stunde

1961 gründete dann ein "Prominentenkomitee" mit Tierarzt Dr. Hans Horvath,Volksschul-Direktor Josef Egger, Bürgermeister Johann Burgstaller, Franz Berghammer sen. und Karl Lechner die Union Gurten. Stark unterstützt wurde dieses Komitee durch besonders aktive Gurtner Mitglieder:Willi Bauböck, Josef Schabetsberger, Franz Schönauer, Johann Schrems, Josef Rudorfer und Rudolf Steinhögl waren die ersten Mitstreiter bei der Vereinsgründung.
Im ersten Vereinsjahr waren bereits 200 Vereine beim Oberösterreichischen Fußballverband gemeldet. Mit der Saison 1962/63 wurde erstmals in den offiziellen Spielbetrieb eingestiegen. Erstmals wurde unter VD Josef Egger mit einem regelmäßigen Training auf dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grundstück der ehemaligen Pfarrpfründe begonnen. Aus heutiger Sicht waren die Bedingungen damals fast "steinzeitlich". Eine holprige Wiese mit zwei hölzernen, manchmal schon etwas morschen Toren, geflickte Tornetze und eine unberechenbar schwere Lederkugel. Die ausgelatschten "Packln" wurden vom Feichtinger Schuster fürs Matsch geflickt, zum Training mussten meist Turnschuhe herhalten.
Die Umkleidekabine war im Gasthaus Bauböck, in der Halbzeitpause konnten sich die Spieler auf einem Leiterwagen etwas von den Strapazen erholen.Vorzüglich waren die Duschen: Der Gurtenbach musste als Waschgelegenheit herhalten, mehr gab's damals nicht.Aber alle hatten ein großes Herz für den Fußball. Die Idealisten der ersten Stunde waren begeisterungsfähig und hatten einen großen Traum: Siege feiern, und irgendwann einmal Meister werden. Die ersten Jahre waren sportlich gesehen ein hartes Brot. Die fußballerischen Erfolge waren spärlich gesät.
Im ersten Meisterschaftsjahr in der Saison 62/63 erreichte Gurten in der 3. Klasse E einen Sieg, drei Unentschieden und ging 14 Mal als Verlierer vom Platz. Fazit: Fünf Punkte und letzter Platz. Zur Gedankenauffrischung: Austria Wien wurde in diesem Jahr Meister und Cupsieger.

 

Erstmals Meister mit Kantersiegen gegen Geinberg und Polling

Die Lehrjahre für die Union Gurten waren dann in der Saison 1968/69 endgültig vorbei. In dieser Saison zeigten die Gurtner erstmals, dass sie sich nicht mehr mit dem "Mitläufer-Dasein" zufrieden geben werden. Die Vorbereitungsspiele wurden bereits alle überlegen gewonnen. Nach Beginn der Meisterschaft in der 4. Klasse H ist Gurten immer vorne dabei und wird auch Herbstmeister. Am Ende der Saison schreibt die Rieder Volkszeitung: "Meister in Geberlaune". Im vorletzten Saisonspiel wurde Geinberg mit 10:0 besiegt (Tore: Herbert Ortmaier 7, Steinhögl, Maier, Benko). In der letzten Meisterschaftspartie schoss Gurten die U. Lochen mit 8:0 vom Feld (Tore: Ortmaier 3, Stockhammer 2, Furtner). Unsere Mannschaft wurde mit fünf Punkten Vorsprung auf Burgkirchen überlegen Meister. Auch das Torverhältnis war sehr gut (88:20). 1969 wurde die U. Gurten auch noch Union-Bezirkspokalsieger.
1970/71 war es dann soweit: Der erste Sportplatz, der sich diesen Namen auch verdiente, war fertig.Vorher war der Platz eine Sumpfwiese mit einem in der Mitte verlaufenden Graben. "Den Erfolg der Union Gurten in der 3. Klasse West führe ich auf das intensive Training, die gute Kameradschaft und auf die Tatsache zurück, dass sich alle im Jubiläumsjahr besonders angestrengt haben" sagte damals Obmann Dr. Hans Horvath in einem Gespräch mit der Kronen-Zeitung.
In der Saison 70/71 wurde der neue Sportplatz eröffnet. Die Spielfläche betrug 100 x 62 Meter. Der dichte Rasen war der Beweis dafür, dass auch in einem Sumpfgelände ein Sportplatz gebaut werden kann. Das Durchschnittsalter der Kampfmannschaft, die überwiegend aus Junggesellen bestand, war 23 Jahre. Tanzveranstaltungen, ein spendenfreudiger Ausschuss und die Firma Fill halfen dieVereinskasse im schwarzen Bereich zu halten.

Sehr beliebt bei den Gurtner Anhängern war damals Linksaußen Georg "Didi" Grünbart. Wenn er ein Tor erzielte, stimmten die Zuschauer sein Lieblingslied: "I hab an Bauernkastn" an.Torschützenkönig wurde in dieser Saison Herbert Ortmaier mit 29 Toren.
Sportlich gesehen waren die 70er-Jahre sehr erfolgreich. In der Saison 72/73 belegte Gurten mit vier Punkten Rückstand Platz drei. Meister wurde die U. Neukirchen/E. vor Jeging. So richtig über sich hinaus wuchsen die Gurtner dann im Spieljahr 1974/75. In einem "Monsterturnier" wurde Gurten Union-Bezirkspokalsieger vor der U. Mehrnbach. Auch die Meisterschaft begann vielversprechend. Fast legendär war das Spiel am 10. November 1974 in Wildenau. Auf tiefem Boden standen sich die Spitzenreiter vor 400 Zuschauern gegenüber. Die Wildenauer mussten die erste Niederlage einstecken.Auf dem tiefen Boden fanden sich die Gurtner mit ihren körperlich leichteren Spielern viel besser zurecht. Endergebnis 4:0 für Gurten. Die Rot-Schwarzen wurden Herbstmeister vor Aspach/Wildenau. Dieses Duell setzte sich auch in der Frühjahrssaison fort. Gurten siegte auch in der zweiten Begegnung und wurde Meister der 2. Klasse Südwest. Endstand: 1. Union Gurten (10 Siege, neun Unentschieden, eine Niederlage, Torverhältnis 54:24), 2. Aspach/W., 3. Hohenzell 4. St. Pantaleon (gegen diese Mannschaft setzte es die einzige Niederlage).
Und der Höhenflug war noch nicht zu Ende. In der Saison 75/76 gab es erst in der achten Runde der Herbstmeisterschaft die erste Niederlage für die Gurtner. Unsere Mannschaft wurde punktegleich mit Herbstmeister Neukirchen/E. Zweiter. Die Schülermannschaft der Union Gurten holte sich vor SV Ried (!!!) den Herbstmeistertitel.
Auch in der Frühjahrsmeisterschaft machte Gurten weiter Schlagzeilen: Tabellenführung für Gurten, Gurten muss um Spitzenplatz besser kämpfen, Gurten bleibt im Spitzenfeld, Wichtige Punkte für den Aufstieg", alle zwei Wochen waren die Gurtner in den Medien präsent.

   

Aufstieg in die Bezirksliga

Und dann kam das Spiel der Spiele. Gurten musste in Laab antreten. Zur Halbzeit stand es bereits 3:0 für die Heimischen, die Gurtner Aufstiegschancen waren eigentlich schon gleich null.
Obwohl die Gurtner ständig angriffen, erzielten die Laaber drei Tore. Nach Seitenwechsel ließ sich dann Gurten nicht mehr so leicht überrumpeln. Auch stellte sich das nötige Quäntchen Glück ein. Doch knapp vor Schluss stand es immer noch 3:2 für Laab. Mit letzter Kraft glückte dann Gurten doch noch der Ausgleich. Damit war der enorm wichtige Punkt für den Aufstieg erkämpft. Tore: Adam Krämer (2), Franz Danninger. Erfolgstrainer Heinz Niklas verstand es, die Mannschaft perfekt zu motivieren. Er war einer der ersten Trainer, der sich schon damals mit den Stärken und Schwächen jedes Einzelnen beschäftigte. Unter seiner Führung gelang den Gurtnern der langersehnte Aufstieg.

  

 

Aus der Geschichte der Pfingstturniere

Pfingsten war in der Anfangsgeschichte der Union Gurten eine ganz besondere Attraktion. Die teilnehmenden Vereine wurden mit Musikbegleitung vom Gemeindeplatz zum Fußballplatz geleitet. Tradition hatte auch der Dirndlball im Gasthaus Bauböck. Das erste Pfingstturnier wurde im Jahr 1963 veranstaltet. Damals spielten die Vereine aus Dorf, Taiskirchen und Polling um den Sieg. Der Heimverein war damals wenig "gastfreundlich" und holte sich den Sieg bei diesem Turnier. Beim Turnier 1964 verstärkte sich die Union Gurten mit Leihspieler Joachimbauer von der SV Braunau. Dieser Kicker war ein besonderer Publikumsmagnet. 1967 nahm mit Hartkirchen erstmals eine deutsche Mannschaft teil und wurde überlegener Turniersieger.
Nach einer längeren Durststrecke gewann 1972 Gurten zum zweiten Mal das Pfingstturnier vor Pram, Riegerting und St. Johann/W. Auch in den folgenden Jahren entschieden die Gurtner ihr traditionelles Turnier stets zu ihren Gunsten. Ein ganz besonderer Höhepunkt bei der 15-Jahr-Feier der Union Gurten war die Teilnahme der Landesliga-Mannschaft SV Antiesenhofen. Sowohl Antiesenhofen (5:2 gegen Obernberg) und auch Gurten (2:1 gegen Mehrnbach) waren erfolgreich, womit sich im Finale diese beiden Siegerteams gegenüberstanden. Gurten machte sich mit einem 2:1-Sieg das schönste Jubiläumsgeschenk. Selbst der legendäre Antiesenhofner Torjäger Rudolf Bauer konnte den Turniersieg nicht verhindern.
Weitere Highlights: 1978 gewann Gurten vor Haag/H., Obernberg und Polling. Endstand 1980: Sieger Suben vor Gurten, Hohenzell und Polling. Beim Turnier zur 20-Jahr-Feier zeigte sich Gurten sehr gastfreundlich und belegte den ehrenhaften vierten und letzten Platz. Überraschungssieger wurde in diesem Jahr die Union Polling.1982 gewann Gurten wieder alle Spiele und siegte vor Mettmach, Geinberg und Obernberg.
Nicht unerwähnt dürfen natürlich die Dirndlbälle nach diesen Pfingstturnieren bleiben. Im Gasthaus Bauböck bzw. im Gasthaus Bögl ging es stets hoch her. Da konnte es schon passieren, dass nach heißen Diskussionen, egal ob über den Fußball oder möglicherweise auch über Frauen, mancher Gurtner Kicker zwar noch den Kragen von seinem extra für den Pfingstball gekauften schönen Hemd am Hals hatte, der Rest des schönen Teiles aber nicht mehr vorhanden oder zumindest schwer zerrissen war. Wer die Auslöser manch kleiner Auseinandersetzung waren, darüber schweigt sich die Chronik natürlich aus. Datenschutz dürfte schon in den 60er und 70-er Jahren in Gurten sehr ernst genommen worden sein.

 

80er Jahre

Vier Jahre Bezirksliga unter Josef Steidl

 

Nach 15 Jahren war also der vorläufige sportliche Höhepunkt erreicht: Die Union Gurten stieg in die Bezirksliga auf. Trainer Heinz Niklas übergab sein Amt an den Altheimer Josef Steidl. Er betreute Gurten vier Jahre lang in dieser Spielklasse und erzielte im Jahr 1978/79 mit Gurten einen vierten Platz in der Bezirksliga West. Gurten war mit dieser Platzierung nach Ried und Antiesenhofen die drittbeste Mannschaft im Bezirk.

Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga herrschte in Gurten eine Riesen-Euphorie. Dank dieser Euphorie und einem gewaltigen Kampfgeist konnte im ersten Bezirksliga-Jahr der sechste Tabellenplatz erreicht werden. In die zweite Saison startete Gurten beim Sommerfest mit einem 6:0-Sieg gegen Taufkirchen/Pram. Doch in diesem Jahr wurde unsere Mannschaft schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. Das Resultat war der 10. Platz in der Endabrechnung der Meisterschaft.
Unvergesslich das Spiel zwischen Gurten und Bad Schallerbach. Gurten hätte den FC Andorf zum Meister krönen können. Und beinahe wäre das auch gelungen. Fast bis zum Schluss hielt Gurten toll mit und es sah aus, als ob nicht Bad Schallerbach sondern Andorf aufsteigen würde. Doch eine wirklich krasse Fehlentscheidung einige Minuten vor Schluss entschied diese Partie. Gurtens Spielertrainer Josef Steidl wurde im eigenen Strafraum gefoult und fiel dabei unglücklich auf den Ball. Der Schiri wollte ein Handspiel gesehen haben und gab Elfmeter für Bad Schallerbach. Der heftig umstrittene Elfmeter entschied dann dieses Spiel und auch den Aufstieg für die Schallerbacher. Da auch halb Andorf zu diesem Spiel nach Gurten gekommen war und unserer Mannschaft sämtliche Daumen drückte, war es nach dem Spiel turbulent. Nur mit Mühe konnte der Spielleiter in die schützende Kabine gebracht werden. Und selbst dort wurde er vor allem von den aufgebrachten Andorfer Fans mit allen greifbaren Dingen beworfen. Nur unter "großem Geleitschutz" konnte der Schiedsrichter die Gurtner Sportstätte verlassen.
Die Saison 1978/79 war dann die beste in der Bezirksliga. In dieser Saison setzte Gurten neue Akzente. Es wurde der ausgezeichnete vierte Platz erreicht. Vor allem die Spiele gegen Esternberg, Haag, Andorf, Riedau und St. Martin waren stets ganz heiße Duelle.
Groß war damals auch das Veranstaltungsprogramm der Union Gurten. Gesellige Veranstaltungen wie Maibaumsetzen, Nikolofeier, Kirtag, Preiskegeln und noch einiges mehr zeigte die Verbundenheit der Gurtner Sportlerfamilie mit der Bevölkerung. Und auch Säuberungs-Aktionen in den umliegenden Wäldern wurden durchgeführt. Einmal wurde von einem Schüler im Wald ein Säbel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
Die Saison 1979/80 war dann für Gurten das letzte Jahr dieser Klasse. Bedingt durch viele Langzeit-Ausfälle wurde der sportliche Höhenflug jäh gestoppt. Damals war auch die Kadergröße zu klein, um den Ausfall von tragenden Spielern ohne weiteres zu ersetzen.
Nach 15 Jahren war also der vorläufige sportliche Höhepunkt erreicht: Die Union Gurten stieg in die Bezirksliga auf. Trainer Heinz Niklas übergab sein Amt an den Altheimer Josef Steidl. Er betreute Gurten vier Jahre lang in dieser Spielklasse und erzielte im Jahr 1978/79 mit Gurten einen vierten Platz in der Bezirksliga West.Gurten war mit dieser Platzierung nach Ried und Antiesenhofen die drittbeste Mannschaft im Bezirk.
Das erfolgreiche Team 78 in der Bezirksliga West unter Spielertrainer Josef Steidl, 2. oben links
Fußball wie ich ihn sehe
Im Jahr des Bezirksliga-Abstieges setzte die Kampfmannschaft 25 verschiedene Spieler ein, so viele wie noch nie zuvor.Auch gab es keinen einzigen Spieler, der alle 26 Meisterschafts-Partien spielte.Vor allem in den Auswärtsspielen war Gurten ganz schwach. Es wurden in der gesamten Meisterschaft nur zwei Punkte eingefahren. Ein Jahr vorher waren es noch zwölf. Die Gurtner erzielten zwar 36 Tore (ein Jahr vorher reichten 41 Treffer für Platz vier), doch der Abstieg war nicht mehr zu verhindern. Auf den rettenden 12. Platz fehlte Gurten am Ende vier Punkte.
Der Bezirksliga-Traum war also 1980 ausgeträumt. Dann musste unserVerein wieder den bitteren Gang in die 1. Klasse antreten. Verbunden damit war ein Generationswechsel und Neuanfang. Viele Spieler beendeten damals ihre aktive Laufbahn. Leider gab es auch sehr wenig Funktionäre. In dieser schwierigen Zeit übernahm Bert Prenninger das Amt des Sektionsleiters. In seiner Ära wurden große Talente wie z. B. Gerhard Lehrer, Rudi Dirmeier und Franz Berghammer jun. in die Mannschaft integriert. Allerdings verließen viele Talente auch unseren Verein um sich sportlich zu verbessern. Georg Lohner wechselte zum SK Altheim und wurde dort in seinem ersten Jahr gleich Torschützenkönig in Oberösterreichs höchster Spielklasse. Auch Rudi Dirmeier und Gerhard Lehrer verließen den Verein in Richtung SV Ried und erlebten dort einen Höhepunkt in ihrer Kickerkarriere.
Kaum hatten sich die Gurtner in den 80er-Jahren einigermaßen eingespielt, gab es meist wieder einen Abgang, der die Bemühungen vorne mitzuspielen, wieder in weite Ferne rücken ließ. Sportlich durchliefen die Gurtner in dieser Zeit ein Wellental. Erst Ende der Achtziger-Jahre - unter Trainer Franz Stockhammer - gab es wieder Licht am Horizont.

 

Fußball wie ich ihn sehe

Gedanken zur Weiterentwicklung des Fußballs. Geschrieben zum 20-Jahr-Jubiläum 1981 von Wilfried Detzlhofer!
In den nächsten Wochen neigt sich überall in Europa, von den untersten bis zu den höchsten Spielklassen, die Fu ßballmeisterschaft dem Ende zu. Aber welch himmelhohe Gegensätze tun sich auf!
Krankhafte Fu ßballwut,Vergötterung der Stars nach Siegen,Verdammung nach Niederlagen, Feilschen um Höchstgagen, Sieg um jeden Preis ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit oder auf die des Gegners - das ist die eine Seite. Der "kleine Sportverein", ehrenamtliche Funktionäre, selbstlose Idealisten, echte Sportamateure, für die Fußball immer noch die "wichtigste Nebensache der Welt" bedeutet - das ist die andere Seite. Beides ist Fußball!
Fußball gehört zu den sozialen Sportspielen. Das bedeutet, jeder Spieler ist ein Mit-Spieler, aber auch ein Gegen-Spieler! Die Gegen-Partei ist unerlässliche Bedingung für das Zustandekommen eines Spieles. Erst das Zueinanderpassen der Spielgegner erlaubt ein gutes Spiel. Dazu gehört auch der Wille, mit dem Gegenspieler um den Sieg zu kämpfen.
Hat man begriffen, dass der Gegenspieler zugleich Mitspieler ist, versteht man auch die Moral, die der Fußballsport zu entwickeln und aufrecht zu erhalten bemüht ist. Das äußerst sich im Respektieren der Spielregeln und im "fair play", vor allem aber in einem gesunden Humor.
Junge Leute kommen zum Verein, bilden Gruppen, eine Gemeinschaft entsteht. Sie lernen allmählich, vom Knabenalter beginnend, sich in diese Gemeinschaft zu fügen, aber auch sich durchzusetzen und diese Gemeinschaft mitzugestalten und mit ihr zu persönlicher und gemeinsamer Leistungssteigerung zu finden.
Auf diese Weise wird der Verein - neben dem eigenen Elternhaus - zum Miterzieher. Mein Wunsch für die Zukunft: Leistung - aber nicht um jeden Preis! Sportliche Haltung, Einsatzfreude, Kameradschaftsgeist.
Diese Zeilen schrieb der damalige Sektionsleiter Wilfried Detzlhofer als Wunsch an die Zukunft zum 20-Jahr-Jubiläum im Jahr 1981. Und auch 30 Jahre danach treffen diese Zeilen noch immer zu.
Die damalige 20-Jahr-Feier stand ganz im Zeichen von großen Plänen für die Zukunft. Der damalige Obmann Josef Fill ließ durchblicken, dass schon in absehbarer Zeit vieles anders werden soll: Es ist vorgesehen, Haupt- und Trainingsfeld zu erneuern, einen dritten Tennisplatz sowie Asphaltbahnen zu erreichten sowie ein Vereinsheim zu bauen. Wie sich zeigte wurden diese Visionen relativ schnell umgesetzt.
Union-Landesobmann Langthaler hob in seiner Festansprache lobend hervor, dass es sich bei der Union Gurten um ein Paradebeispiel eines gesunden Vereins handelt. Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister,Arbeiter,Angestellter - einfach alle gehören dieser Gemeinschaft an und man versucht, jeden in allen Bereichen anzusprechen.
Die Raika, seit 1979 Sponsor des Vereines, wartete schließlich mit einer Garnitur Dressen für die Fußballer als Geburtstagsgeschenk auf.

 

Forscher-Genie aus Gurten kickte bei der Union Gurten

Vom Jugend- und Kampfmannschaftsspieler zu einer medizinischen Kapazität in der weltweiten Genforschung hat sich Dr. Josef Penninger aus Wagnerberg "gemausert". Bereits 2003 wurde er Österreichs Wissenschaftler des Jahres, ein Jahr später "Österreicher des Jahres".Viele seiner mehr als 250 wissenschaftlichen Arbeiten wurden in den Top-Journalen "Nature" und "Science" publiziert.
Erst kürzlich ließ Josef Penninger wieder aufhorchen: Sein Forscherteam am Institut für Molekulare Biotechnologie züchtete Labormäuse, in deren Erbgut das Gen für die Erzeugung des Enzyms MKK7 abgeschaltet wurde. Löste man in den Tieren Krebs aus, zeigte sich, dass bei ihnen das Karzinom besonders rasch gewachsen ist. Das könnte endlich der Schlüssel zum Verständnis der Krankheit sein: Das Enzym bemerkt offenbar karzinogene Änderungen in einer Zelle und leitet entweder deren Reparatur oder deren Absterben ein. Wie das gelingt bzw. misslingt, ist Gegenstand weiterer Forschungen. Die Studie wurde im Fachjournal "Nature Genetics" publiziert. Dr. Josef Penninger wurde in Gurten geboren und studierte in Innsbruck Medizin. Anschließend ging er nach Toronto (Kanada) , wo er Mitarbeiter von "Tak Mak", dem "Papst der Immunologie" wurde. Im Jahr 1996 bekam er ein eigenes Labor, bis 2002 war er als Chef-Forscher beim Biotech- Multi "Amgen" tätig. 2003 bestellte ihn die Akademie der Wissenschaften zum Direktor des IMBA in Wien, wo er mit seiner chinesischen Frau Liquin, einer Ärztin und seinen drei Kindern lebt. 2003 gründete der Gurtner Genforscher das Biotech-Unternehmen "Apeiron". Aber nicht nur der berühmte Genforscher schnürte bei der Union Gurten als Jugendlicher die Fußballschuhe.
Auch seine beiden Brüder Norbert und Max waren lange Zeit in unserem Verein im Einsatz. Norbert spielte in der Mannschaft, die damals den ersten Bezirksliga-Aufstieg schaffte und fungierte nach dem Abstieg auch einige Jahre alsTrainer. Sein Bruder Max war lange Zeit als Spieler, Nachwuchstrainer und später dann auch als Nachwuchsleiter im Einsatz.
Trotz seiner "Berühmtheit" ist der Gurtner auf dem Boden geblieben. "Ich werde sicher nicht großkopfert. Ich weiß wo ich herkomme und was meine Eltern auf sich genommen haben, damit ich diesen Weg gehen konnte", meinte Dr. Josef Penninger mit seinen Wagnerberger-Wurzeln, der Vorstand des Instituts für Molekulare Biotechnologie in Wien in einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten.

90er Jahre

Der Durchmarsch in die Landesliga

Mit dem Abstieg in die zweite Klasse war in der Saison 1987/88 der endgültige sportliche Tiefpunkt bei der Union Gurten erreicht.Aus 22 Spielen wurden nur magere 13 Punkte erreicht. Auch das Torverhältnis war sehr dürftig. Nur 19 Tore geschossen aber 46 kassiert.

In dieser schwierigen Zeit fanden sich einige Funktionäre (Herbert Ortmaier, Franz Berghammer, Fritz Schabetsberger, Gottfried Weinberger und Josef Schuldenzucker), die in einer sehr langen Sitzung im Hause Ortmaier beschlossen, dass die Gurtner Misere nun lang genug gedauert habe und zu Ende gehen müsse. Die Vision damals hieß: In fünf Jahren soll Gurten wieder in der Bezirksliga spielen. Ganz unrecht Allerdings der Zeitraum musste um einige Jahre nach oben ausgedehnt werden.
Erst als Franz Stockhammer, ein alter Gurtner Kämpfer aus der Bezirksliga-Ara, das Traineramt bei der Union Gurten übernahm, ging wieder ein Ruck durch die Mannschaft. Er leistete wertvolle Pionierarbeit, die sein Nachfolger Alois Haberl dann in der Saison 1990/91 vollendete. Unter dem größten, Optimisten aller Zeiten feierte die Union Gurten nach 15 Jahren Pause wieder einen Meistertitel. Alois Haberl war ein absoluter Positiv-Denker. Nach einigen Trainingseinheiten und ein paar Aufbauspielen war er sich bereits sicher: Mit dieser, Truppe werden wir den Meistertitel holen. Und er sollte Recht behalten.

Teamfoto aus dem Jahr 1984: Links Sektionsleiter Engelbert Prenninger, daneben Trainer Herbert Ortmaier und Alois Pumberger. Rechts Obmann Josef Fill, daneben Raika-Obmann Gottfried Zechmeister. Der zweite Spieler von rechts in der hinteren Reihe ist der Gurtner Genforscher Dr. Josef Penninger.

In diesem Jahr wurde eine neue Ära eingeleitet. Und zwar sportlich sowie gesellschaftlich. Das Klubheim wurde zu einem geselligen Treffpunkt von Spielern, Fans, Funktionären und Zuschauern. Da konnte es schon gelegentlich passieren, dass man auf dem Nachhauseweg bereits die ersten Bauern beim Eingrasen traf.
Jubel mit dem Torschützen Franz Berghammer. links Schrems Peter und rechts Hans LechnerBereits in der Herbstsaison zeigten die Gurtner mit einem Vorsprung von vier Punkten, dass sie ganz scharf waren, den ersten Schritt aus dem Fußball-Keller herauszumachen. Auch im Frühjahr geigten die Gurtner groß auf und feierten teilweise sogar Kantersiege. Hier einige Ergebnisse: Gurten : Mining 8:1, Gurten : Mettmach 6:0, St. Peter/H. : Gurten 1:5, Gurten : Treubach 5:0.
Ein Tiefpunkt war das Spiel gegen Treubach. Durch ein völlig unnötiges Foul auf der Mittellinie erlitt Hannes Schmierer einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch, der ihm nicht nur viel Schmerzen, sondern auch große Komplikationen bescherte. Der Elektriker der Firma Fill war nach diesem Foul fast ein Jahr im Krankenstand. Wie stark die Moral war, beweist, dass sich die Mannschaft auch durch diese Aktion nicht aus der Ruhe bringen ließ. Die Rieder Rundschau schrieb damak: Gurten gab sich gegen die nur durch Härteeinlagen glänzenden Gäste keine Blöße und machte mit dem 5:0 einen wichtigen Schritt in Richtung Titel.

Hei Supa Gurten, so tönte es am 23. Juni 1991 um 19 Uhr von den Rängen. Mit einem 4: I -Sieg gegen Waldzell sicherte sich die Union nach einer sehr langen Durststrecke den Meistertitel in der 2. Klasse West. Damit war bei den Gurtner Fußballern, die jahrelang ihre Leistungsträger zu höherklassigen Vereinen ziehen lassen mussten, die Talsohle überwunden. Zum 30-Jahr-Jubiläum stellten sich neben der Kampfmannschaft auch noch die Reserve und die Junioren mit Meistertiteln ein.
Das Fernziel für Spielertrainer Alois Haberl, der in seinem ersten Jahr in Gurten gleich die Meisterkrone holte, hieß aber Bezirksliga. Ein wesentlicher Grund für den Meistertitel war für Haberl der große Kader, zu dem er selber sehr viel beitrug, indem er auch die Reserve mitbetreute und sie dadurch animierte, mitzutrainieren. Wir hatten von allen Mannschaften in unserer Klasse sicher die meisten Verletzungen. Da wir aber über knapp 20 gleichwertige Leute verfügten, konnten wir selbst diese Ausfälle wettmachen, so der Trainerfuchs.

Meister 1991 unter Trainer: Alois Haberl (Vierter von links).Mitentscheidend für das Gurtner Fußballhoch war auch das Umfeld, welches durch das Engagement vieler fleißiger Helfer optimal war. Mit Herbert Ortmaier hatte nach längerer Zeit wieder ein ehemaliger Fußballer die Obmann-Funktion inne. Platzwart Alois Pumberger, der leider viel zu früh von uns gegangen ist, hielt die saubere Anlage bestes in Schuss und Kantineur Franz Putscher garantierte für das leibliche Wohl. Die damaligen Sektionsleiter Fritz Schabetsberger und Franz Berghammer sorgten dafür, dass der Betrieb bei der Union reibungslos lief. Die Reserve-Mannschaft wurde mit einem Torverhältnis von 155:25 Meister. Auch die Junioren holten ohne Punkteverlust den Titel. Besonders stark war damals auch der Fan-Club der Gurtner Fußballer, der so manches Auswärtsmatch zu einem Heimspiel gemacht hat.
Nach dem Aufstieg legte man sich die Latte sehr hoch. Ein Platz im oberen Drittel sollte angepeilt werden. Und mit einem Auge schielten die Gurtner bereits in Richtung Fernziel Bezirksliga.
Die Saison 91/92 begann zwar sehr verheißungsvoll, doch bedingt durch einige Verletzungen, schaute für die Gurtner nach Ende der Herbstsaison nur der achte Tabellenplatz heraus. Und auch im Frühjahr gab einige Male tolle Erfolge, aber auch wieder diverse Rückschläge. Mit dem sechsten Tabellenplatz waren die Gurtner nicht ganz zufrieden. An der Trainerfront rumorte es: Alois Haberl hatte eigentlich versprochen, noch ein weiteres Jahr in Gurten zu bleiben. Erst ein paar Tage vor Ende der Übertritts-Frist teilte er dem Verein mit, dass er nun doch nach Lambrechten gehen werde. Der damalige Sektionsleiter Karl Lechner konnte dann unseren Stürmerfuchs Hans Lechner aus Obernberg als Trainer ver pflichten. In dieser Übertrittszeit beendeten einige Gurtne Stützen ihre Karriere bzw. verließen den Verein: Albert Kern Matthias Heise,Alois Haberl, Gerhard Kern, Nuri Cinar, Man fred Penninger, Johann Winklhammen.
Die Saison 1992/93 brauchte die Union Gurten, um wieder etwas durchzuschnaufen. In der Endabrechnung belegten die Gurtner Rang 7. Neu zur Mannschaft stießen Josef (Jozo) Bil jesko und sein Bruder Stefan. Diese beiden Spieler hatten di Kriegswirren in ihrer Heimat nach Gurten verschlagen.
In der Saison 1993/94 stieß ein alter Bekannter zu den Gurtnern. Mit dem neuen Trainer Franz Reisegger wollten sich die Gurtner wieder stabilisieren, um der Bezirksliga wieder eine Schritt näher zu kommen. Fazit: Die Union belegte im Herbst den achten Platz, Neuzugang Jozo Biljesko war mit zehn Toren zweitbester Torschütze der 1. Klasse Südwest. Die Reserve erreichte den fünften Platz. In der Frühjahrssaison 1994 ging es weiter aufwärts. Trotz Verletzungen erreichte die Kampfmannschaft den vierten Tabellenplatz. Die Mannschaft spielte phasenweise sehr guten Fußball, war allerdings noch zu unausgeglichen, um auf den Meistertitel losgehen zu können.

Bau des neuen Clubheims. Riesigen Anteil an diesem Bau hatte Polier Alois Pumberger (Dritter von rechts). Er war der Motor und Antreiber bei diesem großen Gurtner Bauprojekt.Die Saisonen 94/95 und 95/96 wurden mit Platz 7 bzw. 4 abgeschlossen. In dieser Zeit gab es auch wieder einige Umstrukturierungen. Gottfried Weinberger übernahm das wichtige Amt des Sektionsleiters. Dieser Schritt sollte, wie sich bis heute zeigt, goldrichtig sein. Einen traurigen Anlass gab es am 14. März 1996. Alois Pumberger, die Seele der Union Gurten, ist ganz plötzlich, während er den Sportplatz auf die Frühjahrsmeisterschaft vorbereitete, verstorben.
Der Staufer Lois, wie er von allen genannt wurde, war Schriftführer, Sektionsleiter, Jugendtrainer, Veranstaltungsreferent, Platzwart und und und. Die Pflege unseres Sportplatzes war sein liebstes Hobby. Der Bau des Vereinsheimes ist ebenfalls ihm zu verdanken, denn er war der Motor und zugleich Polier und Bauleiter.
Franz Reisegger, der in den drei Jahren sehr gute Aufbauarbeit bei Gurten geleistet hatte, wechselte zurück in seine Heimatgemeinde Senftenbach. Mit Erich Schönberger aus Wippenham wurde ein Nachfolger verpflichtet, der Gurten den letzten Kick verpassen sollte.

Meister 1997 mit Herzschlagfinale

Entscheidungsspiel in St. Pantaleon: Jozo Biljesko (links) spielt die Gegner reihenweise aus. Hinten Erich Niederberger.Die Saison 1996/97 begann gleich mit einem Paukenschlag: Gegen Geinberg wurde im Derby gleich ein 6:0-Heimsieg gefeiert. Wie die Rieder Rundschau berichtete, wäre sogar ein zweistelliger Erfolg möglich gewesen. Das Stürmer-Duo Mario Krämer und Florian Furtner schlug in dieser Partie gleich zweimal zu. Die restlichen Tore besorgten Gerhard Pumberger und der gebürtige Geinberger Erich Niederberger.
Beim Derby in Obernberg drückte Gurtens Stürmer Furtner dann dem Spiel seinen Stempel auf. In beiden Halbzeiten schlug er innerhalb von drei Minuten je zweimal zu und sorgte für einen deutlichen 4:0-Sieg.Trotzdem war den Gurtnern an diesem Tag nicht zum Feiern zumute, denn in der 85. Minute verletzte sich Mario Krämer sehr schwer. Er prallte nach einer Flanke mit dem Knie gegen eine Zaunsäule. Die Diagnose war ernüchternd: Fraktur der linken Kniescheibe sowie Sehnenabriß im Kniegelenk. Mario Krämer wurde noch am selben Tag operiert. Er fiel die gesamte Herbstsaison aus. Diese Verletzung war zwar ein Schock für die Gurtner Fußballer, doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, stachelten sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen auf. Nur in der vierten Runde gab es in Geretsberg einen kleinen Dämpfer, dann lief die Gurtner Tormaschinerie wieder auf Hochtouren. Munderfing wurde in einem turbulenten Spiel (insgesamt sahen zwei Munderfinger und ein Gurtner die Rote Karte) mit 5:0 vom Platz gefegt. Die letzten Spiele im Herbst taten sich die Gurtner dann etwas schwerer.Trotzdem konnte derVerein über den Herbstmeistertitel in der I. Klasse Südwest jubeln. Die Gurtner hatten aus den elf Herbstpartien 26 Punkte geholt. Erster Verfolger war Geretsberg (21 Punkte).

Beim 5 : 3 kurz vor Schluß brach der Bann. Diese legendären Szenen haben noch alle in Erinnerung.In einem Trainingslager in Schielleiten holten sich die Gurtner Kicker die letzte Kraft, um im Frühjahr den großen Durchbruch zu schaffen. Der Frühjahrsstart verlief dann wie aus dem Bilderbuch. Acht Monate nach seiner schweren Verletzung meldete sich Gurtens Stürmer Mario Krämer wieder zurück. Viele hatten geglaubt, dass er seine Karriere als Fußballer beenden müsse. Doch Irrtum, genau gegen Obernberg feierte er ein Comeback und zeigte allen, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Mario Krämer präsentierte sich in blendende Form, sorgte für viel Verwirrung im gegnerischen Strafrau und erzielte beim 6:I-Triumph seiner Mannschaft die Hälft der Gurtner Tore. Bereits am 4. Mai 1997 titelte die Riede Rundschau: Die Gurtner dürften die eine oder andere Flasch Sekt bereits in den Kühlschrank stellen. Obwohl alles auf einen lockeren Durchmarsch hindeutete, sollte es am Ende noch ganz ganz knapp werden. In der 16. Runde betrug der Gurtner Vorsprung auf die Verfolger Uttendorf und Geretsberg bereits acht Punkte. Doch dann spielten die Nerven einen Streich. Möglicherweise war auch schon etwas Übermut mit im Spiel.Aus dem Gurtner Sololauf wurde plötzlich wieder ein Dreikampf. Die Titelentscheidung wurde auf das letzte Spiel vertagt. Die Regenschlacht in St. Pantaleon wird den Gurtner Kickern und Fans sicher noch in Erinnerung sein. Was sich da an Dramatik und Spannung abspielte, wird allen Gurtnern lange im Gedächtnis bleiben. Italienische Freudenszenen: Knieend Peter Schrems und der leider schon verstorbene Jürgen Niklas.Zwei 50er-Busse, bis auf den letzten Platz mit Fans gefüllt, traten die Reise zum Schicksalsspiel in St. Pantaleon an. Dazu waren noch viele Gurtner privat mit dem Auto angereist. Die Stimmung war spitzenmäßig, praktisch ein Heimspiel.
Die bengalischen Feuer waren noch nicht erloschen, da führte Gurten bereits 1:0. Doch St. Pantaleon gab sich noch lange nicht geschlagen. Die Torfolge 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 2:4, 3:4, 3:5. In Hochform an diesem Tag war Gurtens Legionär Josef Biljesko, der im Mittelfeld die Gegner reihenweise vorführte und die Gurtner Torfabrik Krämer/Furtner mit tollen Passes bediente. Der fünfte Treffer der Gurtner in der 89. Minute zog den aufopferungsvoll kämpfenden Pontigonern dann endgültig den Nerv. Das wohl spannendste Saisonfinale der vergangenen Jahre hat in Gurten den Meister gefunden. Der Bezirksliga-Aufsteiger hat nicht nur die meisten Punkte auf dem Konto, sondern mit Florian Furtner und Mario Krämer auch die besten Stürmer dieser Klasse.

Aufstieg in die Bezirksliga West 1997 unter Spielertrainer Erich Schönberger. Stolz zeigen Gerhard Pumberger. Florian Furtner und Mario Krämer präsentieren die Meistermedaillen (rechts oben). Darunter der Erfolgstrainer und Meistermacher Erich Schönberger. 

Grenzenloser Jubel mit Sektdusche. Gefeiert wurde der Titel wirklich euphorisch.Nach 17 Jahren wurde das langersehnte Ziel Bezirksliga endlich geschafft. Alle Funktionäre, die Spieler und viele Anhänger hatten ihre Haare in rote und schwarze Farbkübel getunkt, um ihre Vereinstreue zu bekunden. Ein Meisterleibchen wurde verteilt, auf dem sämtliche Ergebnisse und die Meisterelf abgebildet waren. Zudem prangte darauf der ironische Spruch Champions League, wir kommen.
Das Ziel in der Bezirksliga hieß zunächst Klassenerhalt. Bedingt durch den Erfolg, gab es in dieser Saison keinen einzigen Abgang. Neu verpflichtet wurde Gerald Romanik von den Mettmachern. Und eine Legende kehrte zu seinem Heimatverein zurück. Rudi Dirmeier löste sein uraltes Versprechen ein, dass er bei seinem Wechsel zur SV Ried gegeben hatte: Meine Karriere werde ich bei euch in Gurten beenden.

Meister 1998

Aufstieg in die Landesliga

Die Tanne, wahrscheinlich eine Ableitung auf seine Größe, wurde Rudi Dirmeier von seinen Mitspielern und auch den Fans liebevoll genannt. Seine Rückkehr war genau zum richtigen Zeitpunkt. Er wurde in der Bezirksliga zum ruhenden Pol in der Abwehr, der vor allem die jungen Spieler einteilen konnte. Und zwar ohne jemals ein böses Wort zu gebrauchen. Die jungen Talente schauten zu ihm auf. Die Funktionäre waren noch alle im Glücksrausch des Aufstiegs und hätten eine Riesenfreude gehabt, wenn ihnen jemand prophezeit hätte, Gurten würde unter den Top-Fünf der Liga landen.
Doch irgendwie entstand in dieser Saison eine Dynamik, die auf einmal gar nicht mehr aufzuhalten war. Denn Spielertrainer Erich Schönberger und seine Gurtner Kicker hatten in dieser Saison ganz hochstehende Pläne. Bereits in der Herbstsaison gab es einen Medienrummel um die Gurtner Mannschaft, den sie bis dahin noch nicht gekannt hatte.Woche für Woche war unsere Mannschaft in den Schlagzeilen. Positiver Effekt dabei: Auch die Zuschauer wurden immer mehr. Spielte man vor einigen Jahren noch vor 100 Besuchern, so kamen zu den Top-spielen in der Bezirksliga 300 und bei manchen Spielen sogar 400 Zuschauer nach Gurten. Schon im Herbst lag die Sensation in der Luft. Mit fünf Punkten Vorsprung wurde Aufsteiger Gurten Herbstmeister vor Natternbach und Neukirchen/W. Hier ein Auszug aus den Schlagzeilen: Die Diersbacher er stickten unter der Gurtner Torlawine, Gurten zog Lochen de Nerv: Vier Ausschlüsse,Abbruch, Aufsteiger Gurten hat inzwischen alle überflügelt, Goalgetter Krämer schießt die Bezirksliga im Alleingang k.o.,Aufsteiger Gurten setzte sich mit 4:0 die Winterkrone auf. Nach seiner schweren Knieverletzung hatte Mario Krämer im Herbst sein Visier wieder richtig eingestellt, er war mit 23 Toren der erfolgreichste Stürmer in der Bezirksliga West.

Und Trainer Erich Schönberger war bereits nach dem letzte Herbstspiel kreativ und zeigte der Liga, was sie im Frühling erwarten sollte. Es wurden Pullover bestellt und an Spieler und an die vielen Fans verteilt. Hier stand für jedermann ganz kIar zu lesen, wie es weiter gehen sollte.Vorne trugen die Pullover die Aufschrift: ACHTUNG, hier kommt der Gurten-Expresszug! Nächster Halt: 2. Landesliga West.
Meistens kommen solch kleine Überheblichkeiten schnell zu Fall. Doch in dieser glorreichen Saison gab es einfach nichts und niemand mehr, der die Union Gurten aufhalten konnte. Die Rot-Schwarzen spielten in einer Form, die sämtliche Gegner zur Verzweiflung brachte. Die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg, der Vorsprung wurde von Woche zu Woche größer. Bereits in der 15. Runde wurde Mitfavorit Natternbach mit 3:2 der Nerv gezogen, eine Woche später hatte Diersbach mit 0:2 das Nachsehen. Ein 4: I -Sieg gegen Lochen und ein 0: I -Auswärtssieg in St. Martin sowie ein vielumjubeltes 4:1 gegen Münzkirchen ließen den GurtnerVorsprung weiter anwachsen.
Da bereits vor dem letzten Saisonspiel gegen Gilgenberg alles sonnenklar war, wurde am 21. Juni 1998 ein richtiges Fußballfest zelebriert. Der vom Obmann Herbert Ortmaier gespendete Ball wurde mit der Harley Davidson von Karl Lechner zum Anstoßpunkt gebracht, eine Mädchengruppe agierte als Cheerleader, die Ortsmusik zeigte in der Pause eine große Rasenshow und zum Abschluss gab es für alle Freibier. Nach dem Match gab es zuerst eine wohlverdiente Abkühlung im Gurtenbach und dann einen Triumphzug durch den Ort. Fast die ganze Gemeinde feierte mit unseren Fußballern mit. Zu späterer Stunde gab es dann noch ein prachtvolles Feuerwerk, ein rauschendes Grillfest und einige kabarettistische Einlagen von Heimkehrer Rudi Dirmeier, sowie eine Karaoke-Show. Wenn man den Zeitzeugen glauben darf, waren die Feierlichkeiten erst am Montag gegen Mittag zu Ende.
Der 4:2-Sieg gegen Gilgenberg war an diesem Tag nur mehr nebensächlich. Mario Krämer schoss in dieser Partie die Saisontore 39 und 40 und wurde natürlich mit großem Vorsprung Schützenkönig der Liga. Die Gurtner brannten an diesem historischen Tag binnen zehn Minuten ein Fußball-Feuerwerk ab und führten bereits mit 3:0. Dann ließen sie die Sache etwas lockerer angehen und die aufopfernd kämpfenden Gäste konnten auf 3:2 herankommen. Mario Krämers 40. Saisontor in der 74. Minute schaffte dann aber wieder klare Fronten.Auch der Punktevorsprung in dieser Saison war einzigartig. Gurten holte 58 Punkte und erzielte 78 Treffer. Auf Platz zwei landete Neuhofen mit 47 Punkten (Torverhältnis 41:31).
Besonders beeindruckend war die Heimstärke der Gurtner in der ersten Klasse und in der Bezirksliga. In drei Jahren mussten die Union-Kicker nur dreimal den wunderschönen Gurtner Rasen als Verlierer verlassen.

Landesliga 1998-2002

Die ersten (Lehr-)Jahre ab 1998

Die kleine Innviertler Gemeinde Gurten war nach dem Aufstieg in die Landesliga natürlich in Euphorie. Vor allem die sensationelle Bezirksliga-Saison ließ die Fans und auch Funktionäre hoffen, dass Gurten auch in der Landesliga zumindest nicht gleich zu den Abstiegskandidaten zählen würde.

Aber es war schon allen klar, dass ab sofort ganz andere Kaliber zu bekämpfen sind. Die finanziellen Mittel waren in diesen Jahren noch sehr bescheiden. In unserem Aufstiegsjahr gab es bereits viele Vereine, die ein Millionen-Budget (Schilling-Währung) auf die Beine stellten. Die Gurtner konnten zwar mit den Budgets bei weitem nicht mithalten, aber der Zusammenhalt und die Kameradschaft waren vorbildlich. Nur so war es zu erklären, dass unser Verein auch nach drei, allerdings beinharten Jahren, noch immer in der zweithöchsten Spielklasse Oberösterreichs zu finden war.

Die erste Landesliga - Saison 1998/1999

Vor allem im Herbst des ersten Landesliga-Jahres gab es einige schwere Niederlagen zu verdauen. Gegen Neumarkt setzte es eine 1:5-Niederlage und auch der FC Andorf kannte mit unseren Kickern keine Gnade und gab uns eine 0:5-Packung mit auf den Weg. Die höchste Niederlage musste Gurten in Pettenbach verkraften. 6:0 hieß es da nach 90 Minuten. Die Heimischen waren an diesem Tag derart überlegen, dass die Begegnung teilweise besseren Trainingscharakter hatte.
Die Highlights im Herbst waren der 7:2-Heimsieg gegen Vorchdorf, der 5:1 -Auswärtssieg beim SV Friedburg und das 3:0 gegen Lenzing. In dieser Partie zeigte Gurtens Stürmer Mario Krämer seine Qualitäten, er erzielte alle drei Treffer. Nach dem Herbstdurchgang, in dieser Saison lag Gurten mit 14 Punkten (Torverhältnis 27:39) auf dem 14. Platz. Damals spielten allerdings noch 16 Vereine in der Landesliga West.

Es gab den ersten Trainerwechsel: Erich Schönberger wechselte zu Riegerting, Siegi Osterkorn wurde als neuer Spielertrainer verpflichtet. Gurtens Mittelfeld-Star Josef Biljesko versuchte nach seinem schweren Unfall ein Comeback und Peter Erlach wechselte von Riedau nach Gurten.
"Wenn man bedenkt, dass Gurten im Herbst 27 Tore geschossen hat - soviel wie der zweitplatzierte Stadl Paura - aber 39 kassiert, so ist meine Hauptaufgabe klar umrissen. Abwehr festigen und weg von den Abstiegsplätzen", analysierte der neue Trainer Siegi Osterkorn die Situation bei seinem neuen Verein.
Auch die Spieler hatten den Ernst der Lage erkannt.Trotz Schnee, Wind und Regen wurde ab Jänner dreimal wöchentlich trainiert und das mit durchschnittlich 15 Spielern. Die Früchte dieser Anstrengungen waren schon in den Vorbereitungsspielen zu sehen. Und auch der Auftakt im Frühjahr verlief nach Maß: Riedau konnte in der ersten Partie mit 1:0 niedergekämpft werden. Das wohl beste Spiel der gesamten ersten Landesliga-Saison war das Heimspiel gegen Pettenbach. Im Herbst noch sang- und klanglos mit 0:6 untergegangen, gab es in Gurten die große Revanche.

Die Partie bot Fußball mit höchstem Unterhaltungswert. Eine knappe Stunde lang kontrollierten die Gäste das Spielgeschehen und alles deutete auf einen Erfolg des Spitzenreiters hin. Der Anschlusstreffer von Gerald Romanik setzte bei Gurten aber ungeahnte Kräfte frei, es rollte Angriff um Angriff auf das Pettenbacher Tor. Mario Krämer mit zwei unhaltbaren Freistoß-Krachern und noch einmal Gerald Romanik sorgten schließlich für einen klaren Sieg. Die gefährlichen Sturmspitzen "Wauki" Waldhör und Rumpl, die beiden hatten bereits 33 Tore erzielt, wurden nach der Pause von Erlach und Rene Krämer zu Statisten degradiert!
Gurten holte im Frühjahr 21 Punkte und hatte mit dem Abstieg Gott sei Dank nichts zu tun. Mit 35 Punkten und Platz 13 in der Endabrechnung konnte die Union Gurten einmal durchschnaufen.

Die zweite Landesliga - Saison 1999/2000

Die zweite Landesliga-Saison startete auch nicht gerade verheißungsvoll. Gurten war bereits nach den ersten Spielen wieder am hinteren Ende der Tabelle angesiedelt. Der Start ging gleich voll daneben, es setzte Niederlagen gegen Schwanenstadt (0:2) und gegen Geretsberg (2:1). Gurten überwinterte mit 17 Punkten auf dem zwölftenTabellenplatz und musste wieder auf einen starken Frühling hoffen. Gottfried Weinberger beendete verletzungsbedingt seine Tormann-Laufbahn, als sein Nachfolger kam Thomas Zaglmayr aus Mining zu den Gurtnern.
Nach 22 Runden stand die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz. Es gelang einfach nicht, die manchmal sehr guten Leistungen über mehrere Wochen aufrecht zu erhalten. Ab der 23. Runde gab es ein neues Gesicht auf der Trainerbank. Ferdinand Pointecker übernahm für den Rest der Saison den Trainerjob in Gurten. Der 50-jährige, der damals in der Flugzeugteileherstellung für Airbus und Boeing arbeitete, hob in seinem ersten Auswärtsspiel mit Gurten auch gleich ab und siegte 2:0 in Andorf.

Nach zwei Unentschieden (2:2 gegen Ostermiething und 0:0 gegen Pichl) sowie einer 3:5-Niederlage in Wallern geigte Gurten dann in Friedburg groß auf. Mit einer perfekten Kontertaktik feierten die Rot-Schwarzen in Friedburg den bislang höchsten Saisonsieg und unsere Mannschaft kam damit dem Klassenerhalt ein großes Stück näher. Als Günter Schustere-der kurz vor der Pause das vorentscheidende 2:0 gelang, warf Friedburg alles nach vorne und wurde nach allen Regeln der Kunst ausgekontert. Das 0:5 schmeichelte sogar noch, denn Gurten ließ sogar noch einige Hundertprozentige aus.
Mario Krämer war an diesem Wochenende in Spiel- und Geberlaune. Er drehte beim 5:0-Sieg dreimal jubelnd ab. Das erste Tor per Fallrückzieher war ein Treffer Marke "Tor des Monats".
Eine Woche später gab es bereits den nächsten Achtungserfolg: Es war das erste Mal, dass Gurten im Derby gegen den großen Bruder SK Altheim nicht als Verlierer vom Platz ging. Endergebnis 0:0.
Zum Abschluss der Saison gab's dann noch einen 5:1 - Kantersieg gegen Stadl-Paura. Gurten lag zur Pause 0:1 zurück, kam aber wie verwandelt aus der Kabine. Die Initialzündung zu diesem Kantersieg war der frühe Ausgleich durch Florian Furtner. Ab diesem Zeitpunkt spielten sich die Heimischen in einen Spielrausch und drängten die Gäste total in die Defensive. Es gab Chancen im Minutentakt, am Ende war Stadl Paura mit dem Ergebnis sogar noch sehr gut bedient.
Gurten belegte im zweiten Landesliga-Jahr mit 35 Punkten den 12. Platz und hatte sich wieder souverän aus der Affäre gezogen.

Die dritte Landesliga - Saison 2000/2001

In dieser Saison starteten die Gurtner mit tollen Erfolgen. Nach fünf Runden lag die Mannschaft mit zehn Punkten an der Tabellenspitze der Landesliga West. Doch nach drei Niederlagen in Serie war Gurten wieder ganz schnell am Boden der Realität. Am Ende der Herbstmeisterschaft stand Gurten auf dem 13. Platz und war wieder stark in Abstiegsgefahr.
Im Winter trennte sich der Verein von Ferdinand Pointecker, sein Nachfolger wurde Josef Huber aus Henndorf. Er war vorher sieben Jahre Trainer und Spieler in Friedburg. Als Aktiver kickte er außerdem jeweils sieben Jahre bei SV Wüstenrot Salzburg und beim SAK. Unter seiner Leitung gelang es unserer Mannschaft, sich im Frühjahr zu stabilisieren.

Die größten Highlights im Frühjahr waren die Spiele gegen den späteren Meister Vöcklabruck und den SK Altheim. Gegen Vöcklabruck war Gurten über weite Strecken mehr als ebenbürtig. Selbst durch den frühen Rückstand ließen sich die Heimischen nicht beeindrucken. Bereits in der 7. Minute gelang Günter Schustereder der Ausgleich und auch der neuerliche Rückstand vor dem Seitenwechsel konnte noch egalisiert werden. In der Schlussphase fehlte dann die Kraft, um das Spiel abermals umzudrehen. Endstand Gurten - Vöcklabruck 2:4.
Gegen unseren ewigen Rivalen Altheim wurde der erste Sieg gefeiert. Mit einer kämpferischen Glanzleistung drehte Gurten gegen Altheim ein verloren geglaubtes Spiel in den letzten 20 Minuten noch um und feierte erstmals in der Vereinsgeschichte einen Sieg gegen die "Roten Teufel". Ein Freistoßtor von Mario Krämer drei Minuten vor Schluß brachte die Entscheidung. Eine Minute vor Schluss wurde der Altheimer StürmerAichner n aussichtsreicher Position wegen angeblicher Abseitsstellung zurückgepfiffen. Darauf lief Gästetrainer Krapf aufs Spielfeld und wurde von den Ordnern wieder "hinausbegleitet". Im allgemeinen Schluss-Tumult gab Altheims Nobis einem Ordner einen Schubser und wurde vom Feld verwiesen. Ein richtiger Fußball-Krimi bis zur letzten Minute.
Endgültig vom Abstieg gerettet ist die Union Gurten nach dem Pollen 3:0-Auswärtssieg in Ostermiething. In dieser Partie gab s ein Traumtor der Marke "Krämer" zu bestaunen. Der Stürmerfuchs sah, dass sich der Ostermiethinger Torhüter etwas weit vor seinem Kasten befand und bezwang ihn mit einem Traumtor aus 40 Metern Entfernung.
Gurten belegte in der dritten Landesliga-Saison den 12. Platz und lag am Ende zehn bzw. sieben Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. So konnte das 40-Jahr-Jubiläum vom 22. bis 24. Juni dann in aller Ruhe gefeiert werden.

 

Die vierte Landesliga - Saison 2001/2002

Um nicht wieder von Beginn an gegen den Abstieg zu spielen gab es im Sommer die ersten größeren Veränderungen. Als neuer Trainer wurde Nikolaus Brunner, ein ehemaliger SV Ried-Spieler, verpflichtet. Auch der Kader wurde vergrößert. Neu zum Verein stießen Martin Feichtinger (Senftenbach), Igor Sandrk (Utzenaich), Alfred Schaber (Mining), Markus Erlach (Neuhofen) und Bernhard Katzlberger (Mettmach).
Nach den 15 gespielten Herbstrunden war Gurten erstmals nicht mehr in Abstiegsgefahr. Unsere Mannschaft lag mit bereits 20 Punkten auf dem beruhigenden siebenten Tabellenplatz. Endlich eine Winterpause und Frühjahrs-Aufbauphase ohne den großen Abstiegsdruck der vergangenen Jahre.
Unter Trainer Nik Brunner spielte die Union Gurten die erste wirklich sorgenfreie Saison in der Landesliga West. Erstmals befanden wir uns ständig im einstelligen Tabellenbereich, der Ligaerhalt war praktisch schon zu Mitte der Frühjahrssaison gesichert. Mit Platz sieben und 46 Punkten gab es zum Saisonende für die Gurtner auch einen neuen Punkterekord. Leider musste schon wieder ein neuer Trainer gesucht werden. Nikolaus Brunner legte eine "schöpferische Pause" ein. Erich Niederberger, eine langjährige Stütze der Union Gurten, wechselte zu Aspach/Wildenau. Er wurde dort Spielertrainer.

 

 

Landesliga 2002 - 2007

Die 5. Landesliga - Saison 2002/2003

Im Sommer 2002 wurde mit Gerhard Lehrer ein ehemaliger Gurtner Spieler verpflichtet. Nach teilweise überragenden Leistungen in den Vorbereitungsspielen wurde Gurten allerdings gleich im ersten Heimspiel von Eferding mit 1:3 auf den Boden der Realität zurückgeholt. Eine Woche später setzte es dann in Riedau eine 2:5-Schlappe. Und auch eine Woche später in Friedburg war für Gurten nichts zu holen. Erst im Heimspiel gegen Bad Ischl gab es dann den ersten "Dreier". Richard Angermair stellte in dieser Partie den Ex-Austria Salzburg-Spieler Aigner völlig kalt und ließ ihn überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Nach einer mehr als durchwachsenen Saison lag Gurten im Herbst mit nur 15 Punkten auf dem 9. Tabellenplatz. Im Winter kam dann der ehemalige Lask-Spieler Josef Wetscher als Trainer zur Union Gurten. Neu zur Mannschaft stieß auch Hansi Weinberger. Die Frühlingssaison 2003 begann gleich mit einem Knalleffekt. Der UFC Eferding wurde auswärts klar mit 3:0 besiegt. Die Handschrift des neuen Trainers war schon deutlich erkennbar.Trotz der anfänglichen Erfolge gab es auch im Frühjahr wieder einige Rückschläge zu verkraften.

Nach drei Heimpleiten gingen auch im Derby gegen den SK Altheim die Punkte wieder an den Gegner. Bereits nach sieben Minuten "klingelte" es im Altheimer Tor. Nach einem Traum pass war Gurtens Flügelflitzer Hansi Weinberger den Altheimern entwischt und stellte auf 0:1. Beinahe wäre ihm auch noch der zweite Treffer gelungen. In der 42. Minuten dann die Schlüsselszene: Hansi Weinberger war eigentlich schon durch als ihn der Altheimer Libero mit einer rüden Attacke von den Beinen holte. Eigentlich eine rein rote Karte. Der Schiri gab nur Gelb, Gurtens Stürmer musste mit einer schweren Knöchelverletzung vom Platz. In der zweiten Halbzeit wurde dann der Grippe geschwächte Goalgetter Hanner zum Gurtner Sargnagel. Er drehte innerhalb von elf Minuten die Partie zum Altheimer 2: I -Sieg. Mit Siegen gegen Hertha Wels und SK Schärding war der Ab- 1 stieg in dieser Saison kein großes Thema mehr. Gurten belegte am Ende der Saison mit 35 Punkten den achten Tabellenrang.

Die 6. Landesliga - Saison 2003/2004

Neu in der Landesliga sind Aufsteiger Ostermiething, SV Ried Amateure und Blaue Elf Wels. Es gibt ab dieser Saison nur mehr die Landesligen West und Ost. Vorher hieß diese Klasse 2. Landesliga. Die Landesliga A wird in 00. Liga umgetauft. Trainer Josef Wetscher unterschrieb für ein weiteres Jahr in Gurten. Neu zu Gurten kamen Markus Gutschlhofer (SC Rottenmann), Clemens Oder und Roman Baumgartner (beide Rieder Amateure). Rudi Dirmeier musste verletzungsbedingt seine aktive Laufbahn in der Kampfmannschaft beenden. In der Jahreshauptversammlung am 2. Juli 2003 legte Herbert Ortmaier nach 15 Jahren als Obmann sein Amt zurück. In seiner Amtsperiode ist sehr viel geschehen: Mehrmalige Sanierung der Fußballfelder, Bau der Flutlichtanlage, Tribünenüberdachung, Sportheimum- und Anbau, Installierung einer Solaranlage, mehrmalige Sanierung der Tennisfelder und Installierung einer Bewässerungspumpe, Sanierung der Asphaltbahnen und Bau des Clubheimes für die Stockschützen. In der Jahreshauptversammlung wurde ihm von der Union-Bezirksleitung und von Bürgermeister Karl Pumberger der Dank für sein umfangreiches Schaffen ausgesprochen. Leider war zu dieser Zeit niemand bereit, sich als Obmann zur Verfügung zu stellen. Als Konsequenz wurde der Verein "dreigeteilt". In eine Fußball-,Tennis- und Stocksektion mit drei Obmännern.

Auch in der neuen Saison hatte Gurten wieder einen klassischen "Fehlstart". Die ersten beiden Partien gegen Stadl Paura und Ostermiething gingen knapp verloren. So richtig in die Meisterschaft eingestiegen ist Gurten mit dem 6:0-Schützenfest gegen den SK Schärding im dritten Spiel. In der Rieder Rundschau stand zu lesen: Gurten ist aufgewacht. Mit dem Kantersieg gegen Schärding hat sich Gurten den Frust der letzten Wochen eindrucksvoll von der Seele geschossen. Das Top-Spiel des Herbstdurchganges fand im alten Rieder Stadion statt. Dort wurden die SV Ried-Amateure mit 2:1 bezwungen. Zwei wirklich sehenswerte Freistoßtore von Markus Erlach (Bombe aus 35 Metern) und ein Kunstschuss von Mario Krämer besiegelten die Rieder Niederlage und machten Gurten zum damaligen Zeitpunkt im Amateurfußball zur Nummer Eins im Bezirk.

Ab diesem Spiel war Gurten im "Spielrausch". Es folgten Siege gegen Mondsee, Friedburg, Esternberg und Bad Ischl. Gurten stand urplötzlich hinter dem haushohen Favoriten SV Vöcklabruck auf dem zweiten Tabellenplatz der Landesliga West. Leider wurden dann die Spiele gegen Riedau und Blaue Elf Wels vergeigt. Das Topspiel stieg in der letzten Herbstrunde gegen Vöcklabruck. Vor fast 600 begeisterten Zuschauern konnten die Gurtner dem Herbstmeister ein 1:1 - Unentschieden abknöpfen. Speziell vor der Pause brachten die Heimischen Vöcklabruck an den Rand einer Niederlage. Es wurden einige hochkarätige Chancen herausgespielt, doch nur eine konnte von Mario Krämer genutzt werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt erkannten die sehr überheblich spielenden Vöcklabrucker den Ernst der Lage und kamen noch vor der Pause durch Ledermüller zum Ausgleich. Nach Seitenwechsel hatten beide Teams mehrmals die Chance auf den Siegestreffer, doch die vorzüglichen Torhüter Zaglmayr und Schwaiger ließen an diesem Tag nichts mehr anbrennen. Der Start in die Frühjahrssaison verlief "traumhaft". Nach tollen Spielen wurden Ostermiething mit 2:0, der SK Schärding mit 5:1, Eferding mit 1:0 und Pichl mit 2:0 in die Schranken gewiesen. Die Rieder Rundschau titelte Ende April 2004: Serie von Gurten wird langsam unheimlich. Nach dem souveränen Erfolg in Pichl ist Gurten als einziges Team der Liga im Frühjahr noch ohne Punkteverlust (nach vier Spielen). Dann folgte das "Skandalspiel" der Saison. Gegen die Rieder Amateure gab es schon nach zwei Minuten einen Knalleffekt. Gurtens Torhüter Zaglmayr faustete vor dem heranstürmenden Rieder Stürmer Sulimani den Ball ins Out. Eigentlich rechneten die Funktionäre und Zuschauer mit einer gelben Karte für den Ried-Stürmer, der sich theatralisch fallen ließ. Doch Schiedsrichter Schüttengruber jun. zückte zur Verwunderung aller Beteiligten die Rote Karte. Nach 25 Minuten wurde dann auch noch der Rieder Profi Manuel Ortlechner vom Platz gestellt. Der Schiri schlüpfte an diesem Spieltag in die Rolle des Hauptdarstellers, lag aber mit seinen Pfiffen meist daneben. Gurten bewies einmal mehr große Moral, steckte zweimal einen 2-Tore-Rückstand weg und kam praktisch in letzter Sekunde durch ein Kopfballtor von Goalgetter Krämer zum verdienten Ausgleich. Leider konnte die tolle Form für die letzten Saionspiele nicht mehr konserviert werden. Negativer Höhepunkt war die 1:7-Schlappe bei Meister Vöcklabruck am letzten Spieltag. Die Gurtner Spieler vergeigten im letzten Monat der Meisterschaft noch den Platz an der Sonne. In der Endabrechnung wurde mit 43 Punkten der fünfte Endplatz belegt. Platz drei wäre aber locker möglich gewesen. Josef Wetscher ist es in dieser Saison gelungen, Gurten zu einer Spitzenmannschaft zu formen. Krönender Abschluss des Meisterschaftsjahres 2003/2004 war das Testspiel der SV Josko Ried gegen Austria Salzburg.

Die 7. Landesliga - Saison 2004/2005

Neu nach Gurten kamen in dieser Saison Alexander und Christoph Hörmandinger aus Eggerding, Ivan Ivecic (Kroatien), Philipp und Thomas Wahlmüller (beide Obernberg) und Spielertrainer Bernhard Straff. Nach einer guten Vorbereitungszeit war der Meisterschaftsstart, wie schon so oft, durchwachsen. Einem 0:0 in Bad Goisern folgte ein 2:0-Heimsieg über den SK Schärding, die nächsten beiden Partien gegen Pettenbach und Blaue Elf Wels brachten jeweils ein Unentschieden. Dann folgten gegen Eferding und Stadl Paura zwei Niederlagen. Die Talfahrt ging dann mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Pichl weiter. Gurten war in der Tabelle auf Platz 11 angekommen. Nachdem Trainer Straif bereits Mitte der Herbstsaison "mit seinem Latein am Ende war" wurde wieder Pepi Wetscher aktiviert, um Gurten aus der Abstiegszone herauszuführen.

Nach drei Niederlagen in Serie gab es mit dem 4:4 in Bad Ischl bereits ein kräftiges Lebenszeichen. Gurten zeigte in diesem Auswärtsspiel die bis dahin beste Saisonleistung. Dann folgte eine tolle Vorstellung gegen die Spielgemeinschaft Riedau/Ried Ib. Die Gäste wurden mit 3:0 besiegt und hatten nicht den Funken einer Chance. Im Auswärtsspiel gegen den FC Braunau musste nach fünf Jahren Pause Gottfried Weinberger wieder ins Gurtner Tor.Thomas Zaglmayr weilte beruflich in Köln und Ersatztorhüter Gumpinger kam erst in der Pause zum Spiel. Nach 50 Minuten lag Gurten bereits 0:3 zurück.Aber dann verkürzten Krämer und Peham auf 2:3 und in den Schlussminuten hing der Ausgleich förmlich in der Luft. Die beste Chance hatte dann der leider viel zu früh verstorbene Edi Peham, der den Braunauer Torhüter bereits überspielt hatte, dann aber nur das Außennetz traf. Mit einem 2:0-Sieg gegen Ostermiething und einem 4:0-Schützenfest gegen Mondsee im letzten Herbstspiel konnte sich Gurten noch auf Rang neun vorarbeiten und mit 16 Punkten den Abstand zum Mittelfeld drastisch verringern. Um das erste Meisterschaftsspiel im Frühjahr gegen Bad Goisern am 19. März 2005 austragen zu können mussten mehr als 300 Fuhren Schnee aus dem Gurtner Fußballstadion gefahren werden.Auch die Trainingsbedingungen waren wegen der großen Schneemenge in diesem Winter wirklich schlecht. Kaum war der Platz geräumt, kamen praktisch über Nacht wieder gewaltige Schneemassen dazu. Die erste Frühjahrspartie gegen Bad Goisern endete mit einem 3:2-Arbeitssieg. Mit zwei sehenswerten Toren avancierte der pfeilschnelle Hansi Weinberger schließlich zum Matchwinner. Es folgten Siege gegen den SK Schärding und Pettenbach. Erst gegen Blaue Elf Wels setzte es die erste Niederlage im Frühjahr. Aber Gurten hatte Frühlingsluft geschnuppert und wollte mehr. Nach dem 2:0-Auswärtssieg in Eferding und einem 2:0-Heimsieg gegen Stadl Paura war Gurten bereits auf dem zweiten Tabellenplatz angelangt und hatte nur mehr drei Punkte Rückstand auf Leader Mondsee. Am Schluss ging den Gurtnern dann allerdings das Pulver aus. Einige Unentschieden verhinderten, dass die Rot-Schwarzen bis zum Schluss im Titelkampf ganz vorne dabei waren. Meister wurde der FC Braunau vor Mondsee. Gurten belegte mit 38 Punkten den sechsten Endrang. Torschützenkönig der Liga wurde mit 25 Toren der Gurtner Stürmer Mario Krämer.

Die 8. Landesliga - Saison 2005/2006

In dieser Saison gab es im Sommer nur drei Neuzugänge. Michael Wahlmüller stieß aus Pocking zu unserem Verein, ebenfalls neu sind Daniel Petershofer (Riedau) und Günther Damberger, der zuletzt in Bad Schallerbach spielte. Nachdem Pepi Wetscher im Sommer wieder aufhörte, wurde Herbert Moser aus Polling verpflichtet, der zuletzt Neukirchen/E. trainierte. Der neue Trainer feierte gleich einen tollen Einstand und wurde mit Gurten Innviertier Cup-Sieger. Beflügelt vom Cupsieg wurde auch Pettenbach im ersten Meisterschaftsspiel mit 2:0 besiegt. Zum Matchwinner avancierte einmal mehr Mario Krämer. Mit einem seiner sehenswerten Freistöße sorgte er nach einer halben Stunde für die Pausenführung. Eine butterweiche Flanke des Goalgetters verwertete Daniel Reisinger mit einem herrlichen Kopfball dann zur endgültigen Entscheidung. Nach dem 2:0-Auswärtserfolg gegen Blaue Elf Wels war Gurten sogar kurzzeitig Tabellenführer. Dann gab es allerdings mit der 0:4-Heimniederlage gegen Mondsee einen schweren Dämpfer. Gurten wurde unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Dann folgten drei Unentschieden (3:3 gegen St. Marienkirchen/P., 1:1 gegen Bad Ischl und 4:4 gegen DopplHart). Erst im siebten Saisonspiel gegen Stadl Paura gab es mit einem 4:1 Sieg wieder einen Dreier für Gurten. Nach zwei weiteren Unentschieden und einer völlig unnötigen Niederlage in Zipf war Gurten bereits wieder ins Mittelmaß abgerutscht. Nach der Herbstsaison lag Gurten auf Platz acht (18 Punkte,Torverhältnis 21:20).

Das Trainer-Karussell drehte sich im Winter wieder weiter. Herbert Moser legte sein Amt zurück und neuer Trainer wurde, es ist nicht schwer zu erraten, wiederum Pepi Wetscher. Der Ex-Lask-Spieler ist mittlerweile der Gurtner Retter, wenn es darum geht, den verfahrenen Karren wieder flott zu machen. Der Start in die Rückrunde verlief mit einem 4:I-Sieg gegen St. Marienkirchen/Polsenz vielversprechend. Es folgte ein 2:1 -Auswärtserfolg gegen Tabellenführer Bad Ischl. Mario Krämer war mit zwei spektakulären Freistoßtoren der "Vater" des Gurtner Sieges.

Eine Woche später folgte ein grottenschlechtes Heimspiel gegen Doppl-Hart. Die Partie endete 0:0 und hatte sich auch keinen Sieger verdient. Besser lief es dann auswärts in Stadl Paura. In der 47. Spielminute liefYoungster Philipp Wahlmüller auf und davon, bediente den mitgelaufenen Edi Peham, der keine Mühe hatte, den Ausgleich zu erzielen. Entschieden wurde die Partie durch eine Standard-Situation. Stadl Pauras Torhüter Pabst konnte einen Krämer-Freistoß nur abklatschen und Edi Peham war wiederum aus kurzer Distanz zur Stelle und sicherte Gurten den Sieg. Eine tolle Partie war das Heimspiel gegen Esternberg. Die Gäste führten zur Pause schon 2:0. Gurten war in der ersten halben Stunde praktisch überhaupt nicht vorhanden. Nach Seitenwechsel übernahm Gurten das Kommando und Mario Krämer gelang mit einem Freistoß aus 40!!! Metern der Anschlusstreffer. In der 63. Minute konnte Gästekeeper Fasching einen Foulelfer von Krämer abwehren. Es war übrigens nach vier Jahren der erste vergebene Strafstoß des Gurtner Angreifers. In der Nachspielzeit gelang Thomas Schmierer per Kopf noch der vielumjubelte Ausgleich. Nach einer Niederlage in Pichl gab's gegen Zipf wieder einen 3:I-Sieg zu feiern. "Untergegangen" ist unsere Mannschaft dann auswärts in Pettenbach. 4:0, und ein Tor schöner als das andere. In diesem Spiel ist den Heimischen wirklich alles aufgegangen. Die nächste Niederlage setzte es dann mit 1:3 auswärts in Eferding. Erst gegen Blaue Elf Wels bombte Gurten wieder aus allen Rohren und gewann 5:0. Zum Saisonfinale gab es dann noch einen 3:1 -Heimsieg gegen den SK Schärding und eine 3:0-Auswärtsniederlage in Bad Goisern. Mit dem siebenten Tabellenplatz (39 Punkte) fuhr Gurten noch ein achtbares Saisonfinale ein.

Die 9. Landesliga - Saison 2006/2007

Am Transfermarkt passierte in dieser Saison nicht viel. Einige Abgänge waren zu verkraften. Peter Madritsch wechselte zu Waizenkirchen, Günther Damberger zu Bad Schallerbach, Thomas Schmierer, eine langjährige Stütze unseres Vereins, lässt seine Karriere in Mining ausklingen, Michael Wahlmüller ging zum SV Pocking. Neu zu Gurten kamen Michael Rachbauer (Riegerting), Markus Erlach (Lohnsburg), Florian Penninger (BNZ Ried), Christoph Hammerer (Neuhofen), Korian Viken (Lohnsburg), Nikolaus Zweimüller (Hohenzell), Rene Krämer (Aspach/W.), Daniel Kögl (Mehrnbach) und Torhüter Markus Poringer (Utzenaich). Inn Auftaktspiel gegen Stadl Paura avancierte Roman Baumgartn ar zum "Matchwinner". Er erzielte beideTore beim 2:0-Heimsieg. Die nächsten Partien verliefen dann leider gar nicht nach Wunsch der Gurtner. Es gab eine vermeidbare 1:2-Niederlage in Eferding, ein bitteres 0:1 zu Hause gegen Mondsee und dann drei Unentschieden (2:2 gegen St. Marienkirchen/P. und Andorf, 1:1 gegen Blaue Elf Wels). Nachdem auch noch die Partie in Pettenbach mit 1:4 verloren ging war Gurten bereits wieder auf einem zweistelligen Tabellenplatz angekommen. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Nach dem 2:2 gegen Bad Wimsbach, einer 0:4 - Niederlage beim SK Schärding sowie der 1:2-Heimpleite gegen Esernberg war Gurten völlig außer Tritt. In Bad Ischl setzte es im elften Saisonspiel dann eine 0:5-Pleite. Für Gurten brachen nun schwere Zeiten an.Wie schon in den vergangenen Wochen kam die klare Niederlage erst durch haarsträubende Abwehrfehler zustande. Aufwärts ging es erst wieder im letzten Spiel der Herbstsaison, in dem Zipf auswärts mit 4:2 bezwungen wurde. Dann wurde auch noch das vorgezogene Spiel der ersten Frühjahrsrunde in Stadl Paura mit 2:0 gewonnen und Gurten hatte sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. In der Aufbauzeit gab es dann den nächsten schweren Schlag. Trainer Josef Wetscher erlitt im Winter-Trainingslager einen Herzinfarkt. Er wurde von Thomas Zaglmayr und Bernhard Katzlberger so lange reanimiert, bis der Notarzt eintraf. Gott sei Dank ist unser Trainer mit einem blauen Auge davongekommen und hat diesen Vorfall überlebt. Als Interimstrainer sprang Manfred Hetzeneder aus St. Georgen bei Obernberg ein. Er betreute gemeinsam mit Franz Reisegger und Thomas Wahlmüller die Union Gurten bis zur Sommerpause. Mit dem 3:0-Sieg gegen Titelkandidat Eferding gelang ein toller Rückrundenstart. Den Sieg widmete die Mannschaft natürlich Pepi Wetscher. Die Frühjahrssaison verlief dann trotzdem sehr "durchwachsen". Erst in der 20. Runde kam der Umschwung mit dem 4:2-Sieg gegen Titelaspirant Pettenbach. Dann wurde Bad Wimsbach auswärts mit 4:0 besiegt und der SK Schärding (einer unserer Lieblingsgegner) mit 3:1 bezwungen. Mit dem Auswärtssieg in Pichl in der vorletzten Runde und dem Heimsieg gegen Zipf erreichte Gurten in diesem mehr als schwierigen Spieljahr doch noch den siebenten Tabellenplatz und war vom Abstieg 16 Punkte weit entfernt. Allerdings fehlten zu einem Platz im ersten Tabellendrittel auch mehr als zehn Punkte.
  

Landesliga 2007 - 2011

Die 10. Landesliga - Saison 2007/2008

Dieses Spieljahr, das sei gleich vorweggenommen, sollte alles bisher Dagewesene in Gurten schlagen. Es war das Jahr der Superlative.

Der Salzburger Heinz Zanner, er trainierte vorher die U- 19-Mannschaft von Red Bull Salzburg, übernahm die Mannschaft als Trainer. Er hat in diesem
einen Jahr sehr viel bewegt. Unter seiner Leitung wurde das Spielsystem auf die moderne „Viererkette" umgestellt. Und zwar in der Rekordzeit von nur sechs Wochen. Die meisten Unterhaus-Trainer brauchen dafür zumindest ein halbes Jahr, manche sogar ein ganzes. Auch taktisch konnte sich Gurten steigern. Und was für die Fans am schönsten war: Gurten war auch spielerisch absolut top und lieferte in diesem Meisterschaftsjahr viele tolle und sehenswerte Spiele ab. Die großen Highlights waren die Partien gegen den Ex-Bundesligaklub Pasching. Beide Begegnungen boten hochkarätigen Fußball und endeten jeweils Unentschieden. Obwohl der Saisonstart mit einem 2:2 in Ranshofen, einer Heimniederlage (1:3) gegen Esternberg sowie einem 2:2 gegen St. Marienkirchen/P. alles andere als nach Wunsch verlief, ließ sich der Ex-Bulle nicht beirren. Er war sich sicher, dass die Umstellungen im Spielsystem bald Früchte tragen würden. Der Auswärtssieg in Bad Wimsbach (2:0) war dann der Startschuss für eine tolle "Herbst-Offensive".Als nächstes wurde Lieblingsgegner SK Schärding mit 4:2 nach Hause geschickt. Dann stand das Spiel der Spiele auf dem Programm. Gurten fuhr aus dem Paschinger Waldstadion mit einem hochverdienten Punkt nach Hause. Bereits in der 16. Minute hatte Gurten die große Chance zur Führung, doch Mario Krämer scheiterte mit einem Foulelfer an Paschings Torhüter Moosbauer. Ein paar Minuten später gingen die Heimischen dann in Führung.Von Resignation bei Gurten allerdings keine Spur. Die Gäste kamen immer besser ins Spiel und fanden auch einige gute Chancen vor. Nach einem Lochpass von Erlach wurde Reisinger von Salletmayr ideal freigespielt und er hatte wenig Mühe, den Ball zum Ausgleich ins Netz zu schieben. Paschings Goalgetter Edi Glieder konnte sich nicht wie gewohnt in Szene setzen und war bei den Gurtner Innenverteidigern bestens aufgehoben. Eine Minute vor Spielende gab's für Gurten sogar noch die Chance zum Siegestreffer. Mit einer weiteren tollen Leistung wurden dann die Kaiserstädter aus Bad Ischl mit 2:1 bezwungen. Speziell vor der Pause hatten die Gäste nicht den Funken einer Chance und waren mit dem 2:0-Pausenstand noch gut bedient. Der Anschlusstreffer fiel erst in der letzten Spielminute.

In dieser Manier ging es weiter:Auch beim FC Andorf gingen die Gurtner als 2: I -Sieger vom Platz.Auch Andorf Spielertrainer Stanislavjevic, der Ex-Profi der SV Ried spielte als Libero, konnte den Gurtner Sieg nicht verhindern. Nach dem 2:1 Heimsieg gegen Friedburg stand Gurten als erster Verfolger von Pasching fest. Im letzten Saisonspiel des Herbstes gab es dann noch ein 4:0-Schützenfest gegen Bad Goisern. Drei Treffer innerhalb von nur zehn Minuten sorgten bereits vor der Halbzeit für klare Verhältnisse. Es folgte noch ein vorgezogenes Spiel der Frühjahrsmeisterschaft gegen den ATSV Ranshofen. Es war ein Spiel so ganz nach dem Gusto der Fans. Bereits in der Anfangsphase bekamen die Ranshofner einen Elfer zugesprochen, der von Hannes Forster verwandelt wurde. Da jedoch ein Ranshofner zu früh in den Strafraum gelaufen war, wurde der Strafstoß wiederholt. Beim zweiten Versuch behielt dann Gurtens Torhüter Thomas Zaglmayr die Oberhand. In der 15. Minute gelang dann Szabi Biro die Ranshofner Führung, die bis zum Pausenpfiff hielt. Nach einer Kabinenpredigt kam Gurten wie verwandelt aufs Feld. Die zweite Halbzeit gehörte mit zum Besten, was die Zanner-Elf in diesem Herbst gespielt hatte. Innerhalb einerViertelstunde wurde die Partie umgedreht. Mario Krämer erzielte per Elfmeter den Ausgleich, vier Minuten später war Daniel Reisinger per Kopf erfolgreich. Das absolute Highlight war das Gurtner Tor zum 3:1. Ranshofens Goalie stand nach einem Abschlag zu weit vor dem Tor. Markus Erlach erfasste blitzschnell die Situation und schoss den Ball von der Mittellinie über den verdutzten Ranshofner Torhüter ins leere Tor. Ein toller Herbst: Mit 26 Punkten ist Gurten Vize-Herbstmeister hinter dem natürlich haushohen Meisterschaftsfavoriten Pasching. In zehn Jahren Landesliga war dies die beste Platzierung, die je erreicht wurde. Mit einem hart erkämpften 2:I-Sieg in St. Marienkirchen/P. verlief auch der Start in die Frühjahrs-Rückrunde erfolgreich. Dann gab es einen glatten 3:0-Heimsieg gegen Bad Wimsbach. Die Partie gegen den SK Schärding war dann wieder eine tolle Werbung für den Landesliga-Fußball. Das Spiel war abwechslungsreich und bis zum Schluss spannend. Die Schärdinger gingen zweimal in Führung, kassierten immer wieder postwendend den Ausgleich durch zwei Freistoßtore von Mario Krämer. Gegen Pasching, die überlegene Mannschaft der Liga in dieser Spielsaison, zeigte Gurten vor vollem Haus wieder eine Klasseleistung. Die Heimischen waren dem Tabellenführer mehr als ebenbürtig und besaßen sogar die wesentlich besseren Torchancen. Mehrmals musste Gästetorhüter Moosbauer sein ganzes Können aufbieten, um einen Gegentreffer zu verhindern. Die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Edi Glieder und Ronny Brunmayr sorgten nur selten für Gefahr vor dem Gurtner Tor. Sie waren bei Daniel Petershofer und Nikolaus Zweimüller bestens aufgehoben. Sogar Paschings Präsident Franz Grad, der normalerweise nie zu Auswärtsspielen mitfährt, kam nach Gurten und zollte den Gurtnern großes Lob.

Höhepunkt in der Vereinsgeschichte:

Gegen Esternberg, einem Gegner, gegen den wir uns immer sehr schwer tun, setzte es eine knappe 0:1-Niederlage. Sehenswert war dann wieder die Auswärtspartie in Friedburg. Nach einer deutlichen Aussprache, bei der die matten Darbietungen genau analysiert wurden, zeigte Gurten diesmal ausgezeichnete Moral und den nötigen Siegeswillen. Einen 0:2 und später I :3-Rückstand steckten die Gurtner locker weg und gingen noch vor der Pause erstmals in Führung. Mit einem gefühlvollen Heber über den Friedburger Torwart sorgte der dreifache Torschütze Daniel Reisinger für das absolute Highlight in diesem völlig verrückten Fußballspiel. Endstand 5:3 für Gurten. Zum Saisonfinale gab es dann noch ein 1:1 gegen Pichl, einen 3:0-Auswärtserfolg gegen Neumarkt/K. einen 3:1 -Sieg gegen Pettenbach und im letzten Saisonspiel wurde Bad Goisern mit einem 3:1 -Auswärtserfolg in die Bezirksliga verabschiedet.

Auch dieses Spiel hatte Brisanz. Gurten hatte in den Anfangsminuten mehrmals Riesenglück, nicht in Rückstand zu geraten. Erst als ein Goiserer nach einer Tätlichkeit an Edi Peham des Feldes verwiesen wurde, drehte sich die Partie. Mario Krämer verschoss zwar in der 28. Minute einen Foulelfer, machte die. sen "Lapsus" aber mit zwei schönen Toren wieder wett. Trotz einiger schöner Chancen fiel die Entscheidung erst in der Nachspielzeit. Daniel Reisinger ließ zuerst zwei Abwehrspieler und dann auch noch den Goiserer Torwart ins Leere laufen und vollendete zum 3:1 Endstand.

In der zehnjährigen Landesliga-Zugehörigkeit war der Vizemeistertitel die mit Abstand beste Platzierung in der Gurtner Vereinsgeschichte. Das Duo Reisinger/Krämer steuerte 37 der insgesamt 55 erzielten Treffer zu diesem Riesenerfolg bei. Legendär war dann auch die Heimfahrt mit dem Bus. Gefeiert wurde nämlich, als wäre Gurten Meister geworden und nicht Pasching. Gurten erreichte in der Vizemeister-Saison 50 Punkte, so viel wie noch nie in der Landesliga. Auch das Torverhältnis von 55:33 Toren war Spitzenklasse.

Die 11. Landesliga - Saison 2008/2009

Nach dem Vizemeistertitel folgte eine sehr schlechte Saison. Manfred Hetzeneder übernahm wieder das Traineramt, die Vorbereitung verlief wegen sehr vieler verletzter Spieler alles andere als optimal. Neu zu Gurten kamen in dieser Saison Clemens Oder (Mehrnbach), Engin Karahan (FC Mistelbach) und Florian Spiessberger (Aspach/W.). Gurten startete mit einer Niederlagenserie: Erst im sechsten Saisonspiel gab es das erste "Pünktchen" für die Union Gurten. Zu Hause gab es ein 1:1 gegen Pettenbach.Aber eine Woche später folgte bereits die nächste Niederlage. Obwohl Gurten durchaus ebenbürtig war, setzte es eine 0:2-Niederlage. Gurten war nach sieben Spielen mit einem Punkt am Ende der Tabelle angelangt. Trainer Manfred Hetzeneder legte sein Amt zurück. Nach dem Rücktritt betreute dann für den Rest der Saison der Esternberger Josef Aschenberger die abstiegsgefährdeten Gurtner. Der neue Mann hat viele Jahre bei den "Sauwald-Veilchen" gekickt, wurde dreimal Innviertler Cup-Sieger (zweimal als Spieler, einmal als Trainer) und coachte insgesamt sechs Jahre die Union Esternberg. Bei seinem Einstieg meinte er: "Der Tabellenstand ist mehr als schwierig, aber nicht hoffnungslos. Eine Mannschaft wie Gurten kann nicht in zwei Monaten das Fußball spielen komplett verlernt haben. Das gibt es nicht". Sein Einstand war mit einem 4:0-Sieg gegen Bad Wimsbach bereits vielversprechend. Aber es gab auch immer wieder die schon obligaten Rückschläge. In Neumarkt setzte es dann wieder eine unnötige 0:1 -Niederlage. Mit einem 2:2-Remis gegen den FC Andorf keimte dann etwas Hoffnung auf. Nach dem Auswärtssieg in Ranshofen (1:2) wurde erstmals der letzte Tabellenplatz verlassen. In Friedburg trauerte Gurten dann ei nem durchaus möglichen Punktgewinn nach. Das Spiel ging mit 4:2 an die Heimischen. Im letzten Herbstspiel wurde dann Bad Ischl mit 3:1 bezwungen und Gurten beendete die Herbstsaison auf dem elften Tabellenplatz (1 I Punkte, Torverhältnis 18:24). In der Winterübertrittszeit kam Saban Muratovic vom TSV Utzenaich nach Gurten und auch Albert Fladnitzer wechsel te von Bad Füssing zu unserem Verein. Der Frühlings-Auftakt begann mit einem 0:0 zu Hause gegen Neuhofen/Ried B (Titel anwärter). Nichts zu ernten gab es dann in Pichl, das Spiel ging nach einer katastrophalen Leistung mit 0:3 verloren. Im Derby gegen seinen Ex-Verein Esternberg konnte Josef Aschenber ger die Gurtner top motivieren. In einem kampfbetonten Spiel hatten die Hausherren mit dem 3:1 -Sieg das bessere Ende für sich. Nach dem 2:0-Auswärtssieg beim SK Schärding war der Anschluss an die hinteren Mittelfeldplätze geglückt. Mit einer überzeugenden Leistung siegte Gurten dann 5:1 ge gen den FC Braunau, es folgte auswärts ein torloses Remis in Pettenbach und ein 2:0-Derbysieg gegen den SK Altheim. Allerdings war dieser Sieg an diesem Tag nur Nebensache. Gur ten trauerte um Teamkamerad Edi Peham, der am I. Mai 2009 nach einem Verkehrsunfall verstorben war. Nach dem 3:1 -Auswärtssieg in Bad Wimsbach konnte sich Gurten kurzfristig sogar über den siebenten Tabellenrang freuen. Allerdings nicht sehr lange. Bereits eine Woche später gab es eine 2:4-Heimschlappe gegen Neumarkt/K. Und auch eine Woche später war für die Gurtner im Derby beim FC Andorf nichts zu holen, die Partie endete 2:0 für die Heimischen.Allerdings hatte Gurten zu diesem Zeitpunkt schon 29 Punkte angesammelt und hatte sich aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Die letzten beiden Saisonspiele brachten noch ein 2:2-Unentschieden gegen Friedburg und einen 1:0-Auswärtserfolg in Bad Ischl. Nach einem total verkorksten Saisonstart im Herbst gab es dann doch noch eine sehr erfolgreiche Frühjahrssaison in der Gurten mit 33 Punkten den zehnten Platz erreichte.Absteiger Wimsbach holte nur 16 Punkte, der Vorletzte SK Schärding kam auf 24 Zähler. Leider nahm Gurtens Paradestürmer Mario Krämer mit dem Spiel gegen Bad Ischl Abschied vom aktiven Fußballgeschehen. Gurtens Torfabrik der vergangenen Jahrzehnte ist leider "stillgelegt".Auch Josef Aschenberger, der die Gurtner wieder ins gesicherte Mittelfeld führte, beendete wieder seine Trainertätigkeit. Die weite Anfahrt von Esternberg war ihm dann doch zu strapaziös.

Die 12. Landesliga - Saison 2009/2010

Als neuer Trainer wurde Thomas Gerstorfer verpflichtet, der vorher Bad Schallerbach trainiert hatte. Sein Bruder Ludwig unterstützte ihn als Co-Trainer, als Tormann-Trainer stand Alfred Schrems zur Verfügung. Diesmal verlief der Saisonstart besser als in den vergangenen Jahren. Gurten startete beim Esternberger Zeltfest mit einem 1:0-Auswärtserfolg. Eine Woche später wurde Friedburg mit 5:2 bezwungen und Gurten war nach zwei gespielten Runden Tabellenführer. Doch dann folgte eine lange Serie, in der zwar nicht viele Spiele verloren, aber leider auch nicht gewonnen wurden. Ein "Skandalspiel" gab es im Herbst beim Tabellenführer Bad Ischl. Gurten hatte den Aufstiegskandidaten voll im Griff, wurde aber vom Schiri an diesem Tag ganz krass benachteiligt. Die Heimischen gingen durch ein klares Abseitstor von Durkovic in Führung. Neben einigen weiteren merkwürdigen Entscheidungen versagte der Schiri den Gurtnern einen klaren Handelfmeter. In der Nachspielzeit stellte er dann auch noch Torhüter Thomas Zaglmayr wegen "angeblicher Beleidigung" mit Rot vom Platz.

Fazit: Gurten spielte zwar im Herbst keinen schlechten Fußball, rutschte aber nach der 2:3-Niederlage in Utzenaich im letzten Spiel in die Abstiegszone. Mit 13 Punkten reichte es zum elften Tabellenplatz. Allerdings hatte der Vorletzte Friedburg auch bereits elf Punkte. Als auch die ersten beiden Partien im Frühjahr gegen Esternberg und Friedburg mit Niederlagen endeten, zog Gurtens sportliche Leitung die "Notbremse" und trennte sich von Trainer Thomas Gerstorfer. Bei der 1:2-Heimniederlage saßen dann Franz Reisegger und Josef Schuldenzucker als Interimstrainer auf der Gurtner Betreuerbank. Mittlerweile war es Obmann-Stellvertreter Gottfried Weinberger gelungen, einen neuen Trainer zu finden. Mit Franz Aigner trainierte eine Salzburger Europacup-Legende ab sofort die Union Gurten. Er feierte bei seinem ersten Spiel einen Traum-Einstand. Der SK Altheim konnte auswärts im Derby mit 2:1 besiegt werden. Nach dem holprigen Auftakt kam Gurten nun immer mehr in Fahrt. Doch bevor es steil bergauf ging, musste noch ein 0:0 gegen Ranshofen und eine 1:3-Niederlage in Pichl verkraftet werden. So richtig durchgestartet wurde mit dem 3:2-Heimsieg über den Tabellendritten Pettenbach. Mit dem 3:0-Auswärtssieg in Neumarkt gelang auch in der Tabelle der Befreiungsschlag. Gurten stand bereits auf dem zehnten Platz und hatte Anschluss ans Mittelfeld gefunden.
Gegen Tabellenführer Bad Ischl erwischte Gurten dann einen Traumstart und ging bereits in der ersten Minute durch Florian Penninger in Führung. Ischl war zwar spielbestimmend und erzielte nach 30 Minuten den Ausgleich. Doch dann wurde Gurten immer stärker und Dominik Trummer erzielte per Kopf das 2:1. Nur zwei Minuten später besiegelte Okeke Obele mit seinem Treffer zum 3:1 nach einem herrlichen Solo die Niederlage der Kaiserstädter. In der Schlussphase konnte Bad Ischl noch auf 2:3 verkürzen. Nach einer 1:3-Niederlage beim FC Braunau war der Tabellenzweite Eferding das nächste Opfer der Gurtner. Nach dem Doppelpack von Daniel Reisinger hatte Gurten noch einige tolle Chancen und Eferding war abgemeldet. Nach einem Foul an Martin Feichtinger verwandelte Okeke Obele den Strafstoß zum hochverdienten 3:0-Erfolg. Nach dem 4: I -Schützenfest in Andorf war Gurten erstmals in dieser Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz angekommen. Eine Woche später gelang mit einem eindrucksvollen 3:0-Heimerfolg die Revanche für die Herbstniederlage in Utzenaich. Mit 22 Punkten aus den letzten zehn Spielen hat Gurten den lange Zeit fraglichen Klassenerhalt noch souverän geschafft. Gurten holte insgesamt 35 Punkte und erreichte mit Rang neun sogar noch einen einstelligen Tabellenplatz. Die Verpflichtung von Ex-Teamspieler Franz Aigner erwies sich als wahrer Glücksgriff. Doch auch diese Ära ging wieder zu Ende. In den zehn Spielen unter seiner Leitung wurde Gurten zur Nummer 1 (siehe Tabelle rechts). Leider gab es auch einen Abschied: Gurtens Torhüter Thomas Zaglmayr wollte aus familiären Gründen nicht mehr so viel Zeit für den Fußballsport aufwenden. Er wechselte nach Lambrechten. Er war für die Union Gurten lange Zeit ein toller Rückhalt und ein ehrgeiziger und total motivierter Sportsmann.

Die 13. Landesliga - Saison 2010/2011

Mit dem Salzburger Trainer Josef Bauer und den Verstärkungen Josef Feichtinger (Wels),Torhüter Patrick Frey (Diersbach), Johannes Murauer (Hohenzell) und Mittelfeldspieler Admir Bedak sowie Heimkehrer Richard Angermair und den eigenen Nachwuchsspielern Matthias Steinhofer, Matthias Siegesleitner und Manuel Reiter startete Gurten in die Herbstsaison. Gurtens ehemaliger Torjäger Mario Krämer schnupperte erstmals Trainerluft und stand Josef Bauer als "Co." zur Verfügung. Nach ein paar Umstellungen dauerte es bis zur dritten Runde, bis der erste Sieg gelang. Sehr zur Freude der Gurtner Fans gewannen wir das Auswärtsspiel bei unserem Rivalen SK Altheim mit 2:1 .Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte Gurten Torchancen im Fünfminuten-Takt. Altheims Torhüter Markus Forst verhinderte einen höheren Erfolg. In den ersten beiden Spielen gab es ein 0:0 gegen Pettenbach und ein I :1 gegen den FC Braunau. Nach dem Sieg gegen den SK Schärding (2:0) war Gurten unter den Top-4 der Tabelle. Dann folgte eine grottenschlechte Leistung in Friedburg. "Was Gurten hier ablieferte war schlicht und einfach das schlechteste Spiel seit langer Zeit", meinte Sektionsleiter Franz Reisegger nach der Partie. Gegen Neuling Munderfing gab Gurten dann aber wieder Gas und siegte 2:0. Das knappe Ergebnis täuschte über den Spielverlauf hinweg. Mindestens ein halbes Dutzend "Sitzer" wurden fahrlässig vergeben. Schwer tat sich Gurten auch im Heimspiel gegen den TSV Utzenaich. Die Truppe von unserem vielfachen Ex-Trainer Josef Wetscher spielte sehr defensiv. Erst ein Foulelfer von Okeke Obele und ein Distanzschuss von Josef Feichtinger brachten Gurten auf die Siegerstraße. Der Utzenaicher Anschlusstreffer kam erst Minuten vor Schluss durch einen Patzer des heimischen Torhüters zustande. Nach langer Zeit gab's dann wieder einmal einen Auswärtssieg beim SV Pichl. Mit 2:0 holten die Gurtner bei unserem "Angstgegner" drei Punkte und waren nach acht Partien auf dem zweiten Tabellenplatz hinter Titelfavorit Wallern angelangt. In den nächsten vier Partien verspielte die Union Gurten die große Chance, in dieser Saison vorne mitspielen zu können. Gegen Ranshofen gab es eine bittere und äußerst knappe 0:1-Heimniederlage. In der Nachspielzeit hatte Gurten noch Pech mit einem Lattenpendler. Auch die sehr starke Vorstellung der Union bei Titelkandidat Wallern brachte keine Punkte. Spielerisch waren wir auf dem ungewohnten Kunstrasen dem Tabellenführer klar überlegen. Neben einigen sehr guten Möglichkeiten kam bei zwei Lattenschüssen von Zweimüller und Bedak auch noch Pech dazu.Von Wallern war eine Stunde lang nichts zu sehen. Erst durch einen kapitalen Abwehrfehler kam aus dem "Nichts" der Führungstreffer für Wallern zustande und nach einem klassischen Konter noch das 0:2. Im Derby-Klassiker gegen Esternberg war Gurten zwar dominant, verstand es aber wieder einmal nicht, aus den vorhandenen Chancen auch Tore zu machen. Das Goldtor für die Veilchen fiel bereits in der 7. Minute. Auch in Mondsee ein ähnliches Bild: Offener Schlagabtausch mit spannenden Strafraumszenen. Mondsee kam nach einem Freistoß zur glücklichen Führung, im Gegenzug glückte Okeke Obele nach toller Vorarbeit von Florian Penninger fast postwendend der Ausgleich. Mondsees Ex-Profi Kastner war dann nach einer Stunde der Matchwinner. Gurten drängte weiterhin auf den Ausgleich, versuchte es aber zu sehr mit der Brechstange. Auch im letzten Herbstspiel gegen Neumarkt/K. tat sich Gurten sehr schwer. Der 2:1 -Sieg ging aber aufgrund der besseren Chancen in Ordnung.Trainer Josef Bauer hatte in dieser Partie ein glückliches "Händchen". Er wechselte in der Schlussviertelstunde Matthias Siegesleitner ein, der nach nur drei Minuten Spielzeit per Kopf für die Entscheidung sorgte.

Fazit Herbstsaison 2010:

Nach 13 Spielen rangiert Gurten auf dem sechsten Tabellenplatz und hat 20 Punkte. Wallern wurde mit 30 Zählern überlegen Herbstmeister, der Abstand zum Tabellenzweiten Friedburg beträgt allerdings nur vier Punkte. Wenn man noch mehr will, kommt meistens weniger dabei heraus! So könnte das Fazit der Frühjahrssaison lauten, die zum Zeitpunkt der Drucklegung allerdings erst zu einem Drittel gespielt war. Trainer Josef Bauer musste in der Wintersaison seinen Hut nehmen, neu auf der Trainerbank saß ab Dezember wieder ein „alter Bekannter". Franz Aigner sollte in den nächsten eineinhalb Jahren Konstanz in die sportlichen Leistungen bringen und Gurten zu einem Klub formen, der in dieser Liga im ersten Tabellendrittel mitspielen kann. Die Vorbereitung war knallhart und begann bereits im Dezember. Und auch die vielen Vorbereitungsspiele liefen zur Zufriedenheit von Trainer und Vereinsvorstand ab.

Der Rückrundenstart begann mit einem 1:I-Unentschieden gegen Pettenbach und einer satten 0:4-Niederlage beim FC Braunau. Der 2:1 -Derbysieg gegen den SK Altheim war dann Balsam. Eine Woche später gab es dann die nächste "Watschn". Mit 3:7 ging die Union Gurten beim SK Schärding unter. Trainer Franz Aigner teilte dem Vereinsvorstand zwei Tage nach dem Spiel mit, dass er nicht mehr weiter als Trainer zur Verfügung steht. Es war ihm auch egal, dass er eigentlich einen Vertrag für eineinhalb Jahre unterschrieben hatte. Das war ein Schlag in die Magengegend von Spieler und Funktionären. Allerdings hatte die schnelle Selbstaufgabe auch einen Grund. Zwei Wochen später stand nämlich in den Salzburger Zeitungen zu lesen, dass Franz Aigner Co-Trainer bei Grödig in der Bundesliga wird. Leider hat es Franz Aigner vorgezogen, diese blamable Niederlage herzunehmen, um alles hinzuschmeißen. Co-Trainer Mario Krämer übernahm das Coaching der Mannschaft. In den drei Spielen unter seiner Regie gab es einen Heimsieg gegen Friedburg, eine Auswärts-Niederlage in Munderfing und einen ganz wichtigen 2:1 -Auswärtssieg im Derby gegen die VVetscher-Truppe aus Utzenaich.

Quelle (Text und Fotos): www.gurten.com

 

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